Bild von rechts: Josef Ziegler (Präsident Bayerischer Waldbesitzerverband), Gastgeber Alexander Graf Fugger-Babenhausen, Moderator Horst Thieme, Torben Halbe (Biologe und Buchautor), J. Bradtka (Vorsitzender VLAB) Foto M. Domeyer

Bild von rechts: Josef Ziegler (Präsident Bayerischer Waldbesitzerverband), Gastgeber Alexander Graf Fugger-Babenhausen, Moderator Horst Thieme, Torben Halbe (Biologe und Buchautor), J. Bradtka (Vorsitzender VLAB)
Foto M. Domeyer

Keine Windkraftanlagen in Wäldern lautete eine zentrale Forderung des Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) beim gestrigen 8. Fugger Forum im Glaspalast in Augsburg.

Der Wald stand im Mittelpunkt des rund 90 minütigen Gespräches. Der VLAB bekannte sich zu einer naturnahen und integrativen Bewirtschaftung der Wälder in Deutschland unter Einhaltung bewährter und definierter Naturschutz-Standards. Eine starre Festlegung von Flächenprozenten für die Ausweisung von Totalreservaten sei unter den Aspekten des Arten- und Waldnaturschutzes nicht zielführend. „Eine integrative, nachhaltige Waldbewirtschaftung in Deutschland verringert den Import von Hölzern aus Großkahlschlägen oder illegalen Holznutzungen in Afrika, Asien oder Südamerika. Sie hilft mit, den dramatischen Verlust an globaler Biodiversität abzuschwächen, den Klimawandel zu bekämpfen und kann Vorbild für Länder mit einer weniger schonenden Nutzung sein“ so der Vorsitzende des VLAB Johannes Bradtka.

Einig war man sich auch, dass der Wald zunehmend für ideologische Zwecke missbraucht werde. Ein aktuelles Beispiel seien die Protestaktionen im Hambacher Forst.

zum Veranstaltungsvideo

 

Windkraftlobbyisten der „Fachagentur Windenergie an Land“ berichteten im November 2017 in der Mitgliederzeitschrift des „Bund Deutscher Forstleute“ (BDF) exklusiv auf sechs Seiten über den großen Nutzen von Windindustriegebieten in Wäldern.

Windkraftanlagen würden sich harmonisch in das Landschaftsbild einfügen. Die Rotoren seien kaum hörbar. Die natürlichen Geräusche im Wald lägen meist über dem Geräuschpegel von Windenergie-Anlagen. Die ausschließlich positive Berichterstattung nahm kein Ende. Kritische Gegenstimmen zur Windenergie im Wald kamen in dem Heft nicht zu Wort.

Der VLAB erhielt nach einem Protestschreiben die Möglichkeit, seine Gedanken und Forderungen zum Bau von Windkraftanlagen in Wäldern in der Mitgliederzeitung 01/2018 des BDF zu veröffentlichen und zur objektiven Information der Förster in Deutschland beizutragen.

Zum vollständigen VLAB-Artikel: Windräder in Wäldern

Der verheerende Gewittersturm im Bayerischen Wald sollte nach unserer Einschätzung auch als große Chance für einen ökologischen Waldumbau genutzt werden.

Das Unwetter bietet jetzt eine Möglichkeit, den ökologischen Waldumbau weiter voranzutreiben und reine Fichtenbestände in reich strukturierte Mischwälder umzubauen.

Außerdem kann der für viele Pflanzen-, Tier- und Pilzarten essentiell wichtige Totholzanteil deutlich gesteigert werden.

weiterlesen: PM zu Orkan bei Passau

 

Die Kernanliegen des VLAB zu den Themen Wald, Jagd, Großschutzgebiete, Landwirtschaft, Artenschutz sowie Energie und Energiewende wurden kurz zusammengefasst.

zur PDF (132 KB): Kernanliegen VLAB

Durch Zufall wurde im Nationalpark Bayerischer Wald eine in Deutschland bisher unbekannte Käferart entdeckt, der Gehörnte Zunderschwamm-Schwarzkäfer. Der Käfer ist bereits die 15. Urwaldreliktart, die im Nationalpark Bayerischer Wald entdeckt wurde.

Der Neufund belegt die große Bedeutung von Waldschutzgebieten und bekräftigt den VLAB in seiner Forderung, neben einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung mit definierten Naturschutzstandards, auch verstärkt kleinere und größere Wildnisgebiete in den Wirtschaftswäldern zu schaffen. In ihnen soll einerseits die Rückkehr von Reliktarten ermöglicht und andererseits stark gefährdeten oder unmittelbar vom Aussterben bedrohten Arten Lebensräume geboten werden

 

816zckmxselWie lange wird es sie wohl noch geben: die großen, zusammenhängenden und weitgehend infrastrukturell unversehrten Wälder wie beispielsweise den Bayerischen Wald, Schwarzwald, den Thüringer Wald, Spessart, den Pfälzer Wald oder den Odenwald?

Unser Habichtskauz-Schirmherr >>Andreas Kieling<< und Kilian Schönberger, ein freier Architektur- und Landschaftsfotograf, präsentieren in ihrem neuen Buch  >>Sehnsucht Wald<< die Schönheit der deutschen Wälder. Einzigartige Fotografien lassen uns den Lebensraum Wald mit seiner Tierwelt im Laufe der Jahreszeiten neu entdecken. Ein traumhaft schönes Buch und ein ideales Weihnachtsgeschenk für jeden echten Wald- und Naturfreund.

Informationen zum Buch:

Gebundene Ausgabe: 240 Seiten // Verlag: NATIONAL GEOGRAPHIC Buchverlag GmbH; Auflage: 1 (28. September 2016)

ISBN-10: 3866904770 / ISBN-13: 978-3866904774

Ein Vergleich zwischen den Daten der 2. Bundeswaldinventur (BWI 2) und der 3. Bundeswaldinventur (BWI 3) von Hennenberg et al. zeigt keine Verbesserung der Waldbiodiversität in Deutschland. Die Bekenntnisse der Forstbetriebe der Länder und der Waldbesitzerverbände zu einer integrativen, multifunktionalen Waldbewirtschaftung wurden bisher leider nicht erfüllt. Hier besteht ein großer Handlungs- und Nachholbedarf, um die Versprechen für eine integrative, multifunktionale Waldwirtschaft glaubhaft zu erfüllen. Statt Worten müssen nun dringend Taten folgen.

Zur Förderung der Biodiversität und des Waldnaturschutzes muss in den Wäldern der Anteil an starkem stehenden Totholz und die Anzahl starker Bäume über 80 cm Brusthöhendurchmesser signifikant erhöht werden.

Stehendes, starkes Totholz ist noch immer sehr selten in unseren Wirtschaftswäldern. Bild © Alfred Schiener

Stehendes, starkes Totholz ist noch immer sehr selten in unseren Wirtschaftswäldern. Bild © Alfred Schiener

Bei allen Baumarten nimmt das liegende Totholz den größten Anteil ein. Die für manche Artengruppen (Vögel, Flechten) sehr wichtigen stehenden Totholzstrukturen sind deutlich seltener in unseren Wäldern vorhanden.

Bei den Laubbäumen nahm der Totholzvorrat für stehende Bäume sogar ab. Die bei der BWI 3 festgestellte geringe Zunahme an Totholz von 11,6 m³ pro ha in 2002 hin zu 13,7 m³ pro ha in 2012, basiert leider nicht auf höheren Totholzanteilen starker Laub- und Nadelbäume, sondern geht vor allem auf das Nadelholz geringer Durchmesserklassen zurück; Totholz mit geringem Durchmesser ist für viele totholzbewohnenden Arten relativ wertlos.

Der positive Trend der Waldflächenbilanz in Bayern setzt sich seit dem Jahr 1981 auch in diesem Jahr weiter fort. Der Wald in Bayern weist 2014 eine Flächenzunahme von 84 Hektar aus. Der VLAB begrüßt diese Entwicklung, ist doch der Wald für den Arten- und Landschaftsschutz und für viele Gemeinwohlfunktionen von hohem Wert. Wälder gehören – auch wenn sie sich in ihrem Alter, der Baumartenzusammensetzung und in ihrer Bewirtschaftungsform regional stark unterscheiden – mit zu den naturnahesten Bereichen Bayerns. Sie sind wichtige Lebensräume für viele Tiere, Pflanzen, Pilze, Flechten und Moose.

Die Waldfläche in Bayern nimmt weiter zu

Die Waldfläche in Bayern nimmt seit 1981 weiter zu.

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„Man kann den Regenwald auch mit solarbetriebenen Kettensägen abholzen“ (Hans Peter Dürr, Physiker und Träger des alternativen Nobelpreises)

Am 30. November beginnt die UN-Klimakonferenz (Conference of the Parties, COP) in Paris. Bei der bevorstehenden COP21 in Paris soll ein neues Abkommen mit verbindlichen Klimazielen für alle 195 Mitgliedsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention vereinbart werden.  Weiterlesen

Der VLAB ist Mitunterzeichner eines Positionspapieres, welches einen länderübergreifenden Schutz des gesamten Naturpark Spessart vor Windrädern fordert.

Die Kulturlandschaft des Spessarts, sowohl auf bayerischer als auch auf hessischer Seite, ist sehr vielgestaltig und darf nicht für Windräder geopfert werden. Sie wird von noch weitgehend unzerschnittenen laubholzreichen Wälder dominiert, die mit zu den größten zusammenhängenden Waldlandschaften Deutschlands zählen. Bei Rohrbrunn befindet sich der älteste geschützte Eichenwald Deutschlands.  Weiterlesen

Wälder sichern Biodiversität und Erholung

Wälder sichern Biodiversität und Erholung

Wälder ein angenehmes, ausgeglichenes Klima schaffen. In einem Hektar Buchenwald verdunsten beispielsweise an einem Sommertag bis zu 50.000 Liter Wasser,

ein Quadratmeter Waldboden bis zu 200 Liter Wasser speichern kann,

in alten Eichenkronen bis zu 100 Nester verschiedener Ameisenarten existieren. Diese dienen auch als Nahrungsquelle für Vögel und Insekten,

ein Löffel voll Waldboden mehr Organismen beherbergt als Menschen auf der Erde leben,

die noch unverbaute, freie Natur und der Wald in Bayern bei Urlaubern die höchste Priorität genießen,

der durchschnittliche jährliche Gesamtbruttoumsatz der Touristik in Bayern rund 30 Milliarden Euro beträgt.