Meist dicht belagert der Pavillon des VLAB und DFO

Meist dicht belagert der Pavillon des VLAB und DFO

Über die Wiedereinbürgerung des Habichtskauzes in Deutschland, den Schutz von Greifvögeln und Eulen und über die Falknerei ließen sich am vergangenen Wochenende auf der Landesgartenschau in Würzburg viele hunderte Menschen durch den Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) und den Deutschen Falkenorden (DFO) informieren. Als Besuchermagnet im Aktionspavillon des Bayerischen Umweltministeriums erwies sich das prächtige Wanderfalken-Pärchen von Michael Mickisch, dem Landesvorsitzenden des DFO in Bayern.

Kleine und große Vogelschützer konnten unter fachkundiger Betreuung die Gewölle von Eulen untersuchen oder durch Gespräche mit den anwesenden Experten Fragen klären. Schautafeln und Informationsmaterialien rundeten die Veranstaltung ab. „Eine tolle Aktion, um die Anliegen der beiden Verbände einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren“ so das einhellige Fazit der beiden Vorsitzenden Michael Mickisch (DFO Bayern) und Johannes Bradtka (VLAB).

Feldlerche

Feldlerche (Bild VLAB)

Im Rahmen der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung einer Windkraftanlage im Landkreis Freising wurde der Windkraftbetreiber zur Anlage sogenannter Lerchenfenster verpflichtet. Durch die Lerchenfenster soll der durch die Baumaßnahme bedingte Lebensraumverlust der Feldlerche ausgeglichen werden.

Die Genehmigung mit der Auflage erfolgte bereist im Herbst 2014 durch das zuständige Landratsamt Freising. Nach Kenntnissen des VLAB wurden bisher keine Lerchenfenster angelegt.

Der VLAB forderte daher am 28. Mai über einen Rechtsanwalt das Landratsamt zu einer Kontrolle und, falls erforderlich, zu einer sofortigen Vollstreckung der Auflagen auf.

In diesem Jahr unterstützt erstmalig der Tierpark Gotha in Thüringen unser Wiederansiedlungsprojekt für den Habichtskauz in Nordbayern. In einigen Tagen erhalten wir bereits zwei Jungkäuze aus eigener Nachzucht.

Den Kontakt ermöglichte Dr. Dominik Fischer, Fachtierarzt an der Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische der Justus-Liebig-Universität Gießen. Dr. Dominik Fischer ist auch Vorsitzender des Landesverbandes Hessen des Deutschen Falkenordens (DFO).

Wir bedanken uns beim Tierpark Gotha sowie bei Dr. Dominik Fischer für die großartige Unterstützung des Wiederansiedlungsprojektes.

 

Rotmilan tot unter Windrad

Rotmilan tot unter Windrad

Das pathomorphologische Gutachten eines im April unter einer Windkraftanlage im Windpark Ellenfeld in Ostbayern tot aufgefunden Rotmilan ist eindeutig: Der in zwei Hälften getrennte Tierkörper wies multiple ausgedehnte Frakturen im Bereich der Halswirbel, des Schultergürtels, der Ober- und Unterarme sowie der Rippen auf. Zusätzlich wurde ein Abriss des Herzens an der Herzbasis attestiert. Schussverletzungen konnten keine festgestellt werden. Der Rotmilan war in einem guten Ernährungszustand.

Die multiplen Verletzungsarten lassen auf ein heftiges, stumpfes Trauma verursacht durch Rotorschlag schließen, so der Leiter der Untersuchung in seinem Gutachten.

Der VLAB sieht sich auf Grund der signifikanten Gefährdungslage gezwungen, am zuständigen Landratsamt Tirschenreuth eine sofortige Verfügung zur Abschaltung des Windparks über einen Rechtsanwalt zu beantragen. Durch die Abschaltung, jeweils in einem Zeitraum von 1. März bis 15. August von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, sollen weitere Schlagopfer streng geschützter Vogelarten im Bereich des Windparks verhindert werden.

weiterlesen PM_Rotmilan_Windpark Ellenfeld

Die drei neuen Auswilderungsvoliere für das Projekt zur Wiederansiedlung des Habichtskauzes in Nordbayern sind fertiggestellt. In einigen Tagen erfolgt eine Abnahme durch das örtliche zuständige Landratsamt in Verbindung mit dem Amtstierarzt.

Auswilderungsvoliere

Auswilderungsvoliere

Die drei Volieren kosteten zusammen rund 45 Tausend Euro und wurden über das Programm „Besondere Gemeinwohlleistungen“ finanziert. Besondere Gemeinwohlleistungen im Wald sind Leistungen, die das Unternehmen Bayerischen Staatsforsten in enger Zusammenarbeit mit der Bayerischen Forstverwaltung über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus erbringt. Im Sinne des Gemeinwohls werden durch das Programm Maßnahmen im Bereich des Naturschutzes, des Artenschutzes oder für Erholungssuchende bayernweit gefördert.

Wir bedanken uns bei den Forstbetrieben Waldsassen, Fichtelberg und Schnaittenbach der Bayerischen Staatsforsten und beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Tirschenreuth für ihre Unterstützung und Förderung des Wiederansiedlungsprojektes.

Mit dem oberfränkischen Forstbetrieb Selb beteiligt sich ein weiterer Betrieb der Bayerischen Staatsforsten an dem Wiederansiedlungsprojekt für den Habichtskauz. Noch in diesem Jahr sollen an geeigneten Waldorten Brutkästen installiert werden. Das wurde bei einer Besprechung am 17. Mai vereinbart. Bisher sind an dem Projekt die BaySF-Forstbetriebe Waldsassen, Fichtelberg und Schnaittenbach beteiligt.

Der VLAB bedankt sich bei den Förstern/innen des Forstbetriebes Selb und seinem Chef Michael Grosch für ihre Unterstützung.

Rotmilan tot unter Windrad

Teile Rotmilan unter Windrad

Am heutigen Mittwoch wurde ein unter einer Windkraftanlage in der Oberpfalz tot aufgefundener, in zwei Stücke zerhackter Rotmilan in ein tiermedizinisches Institut nach Erlangen verbracht.

Im Rahmen einer pathologisch-anatomisch-histologischen Untersuchung soll die Todesursache festgestellt werden. Bei der Untersuchung lassen sich Schussverletzungen, Vergiftungen, bakterielle Todesursachen, weitere Erkrankungen oder ein Trauma, verursacht durch einen heftigen Aufprall auf ein Hindernis, diagnostizieren. Das Ergebnis liegt in rund 10 Tagen vor.

Bei einem positiven Trauma-Nachweis, verursacht durch die Rotoren der Windkraftanlage, wird der VLAB über einen Anwalt Abschaltzeiten am zuständigen Landratsamt beantragen.

VLAB-Landesbeirat Dr. Friedrich Buer referierte im Rahmen einer Informationsveranstaltung des Vereins LinthGegenWind (Schweiz) am 13. April 2018 im Jakobsblick in Niederurnen über das Thema „Windkraftanlagen – Auswirkungen auf Mensch und Tier“

Vorher begründete der weltbekannte Ornithologe Prof. Dr. Urs Glutz von Blotzheim in einem Grußwort sein Engagement gegen die Windkraft:

„Ich kann nicht tatenlos zusehen, wie dem Biodiversitätsschwund, trotz Lippenbekenntnissen der Politik, neben den bekannten Todesursachen von Vögeln noch neue hinzugefügt werden.“

 

Bild von rechts: Ida Petioka, Dr. Milena Prokopova, Vaclav Pinta, Jaroslav Hruska, Dr. Pavel Repa, Michaela Domeyer

Mitglieder der tschechischen Naturschutzorganisation ČSOP, Vertreter der Naturparkverwaltung Böhmischer Wald (Regionální pracoviště SCHKO Český les) sowie des VLAB trafen sich am 21. März zu einer Besprechung im Museum der tschechischen Stadt Tachov. Die Naturschützer vereinbarten, die Wiederansiedlung des Habichtskauzes auch auf den angrenzenden Böhmischen Wald (Český les) auszuweiten. Ziel ist, eine Ausbreitungsachse zu der noch fragilen und isolierten Kleinpopulation des Habichtskauzes im Bayerischen Wald und dem Naturpark Šumava zu schaffen.

Bereits in diesem Sommer sollen dazu die ersten Brutkästen für den Habichtskauz nach Tschechien geliefert werden. Das Anbringen und die Betreuung der Nisthilfen sowie das spätere Monitoring erfolgt durch die tschechischen Naturschützer. Auch eine Besichtigung der Auswilderungsvoliere und Brutkästen in Bayern ist für den kommenden Mai geplant.

Möglich gemacht wurde das Gespräch zu dieser länderübergreifenden Naturschutz-Kooperation durch Ida Petioka, Alfred Wolf und Edgar Zwerenz vom Geschichtspark Bärnau-Tachov, die durch ihre Arbeit im Geschichtspark gute Kontakte zu den tschechischen Nachbarn pflegen.

 

Bild (von links) Michaela Domeyer und Dr. Richard Zink

Bild (von links) Michaela Domeyer und Dr. Richard Zink

Lernen ist wie Rudern gegen den Strom, sobald man aufhört, treibt man zurück“ (Xúnzǐ 298 – 220 v. Chr.)

Um nicht zurück zu treiben, sondern um aus bereits vorhandenen Erfahrungen zu lernen und zu profitieren, besuchte Michaela Domeyer, VLAB-Fachkraft für Naturschutz, am 11. Februar Dr. Richard Zink in Wien.

Richard Zink ist am Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der veterinärmedizinischen Universität Wien tätig. Seit 2008 leitet er das erfolgreich verlaufende Habichtskauz-Wiederansiedlungs-Projekt in Österreich. Er gilt europaweit als anerkannter Experte.

Viele zoologische Gärten leisten einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Schutz der bedrohten Artenvielfalt. Sie unterstützen Projekte zur Auswilderung und zur Wiederansiedelung von Tierarten. So helfen beispielsweise der Opel Zoo in Kronberg/Taunus und der Tierpark Berlin bei einem VLAB Projekt mit, den Habichtskauz in Nordostbayern und Nordwestböhmen wiederanzusiedeln.

Der Tierpark Berlin zeigt seit 18. Dezember 2017 unter dem Motto „Abenteuer Artenschutz“ eine neue Dauerausstellung zu diesem spannenden Thema. „Diese Ausstellung ist ein völlig neuer Weg, um das spannende Thema Artenschutz für unsere Besucher erlebbar zu machen. Hören, Sehen, Mitmachen – in dieser umfassenden und interaktiven Form ist mir eine Dauerausstellung dieser Art in keinem anderen deutschen Zoo bekannt“ erklärte Christian Kern, der stellvertretende zoologische Leiter des Tierpark Berlin.

Das im vergangenen Jahr vom Verein für Landschaftspflege und Artenschutz e.V. (VLAB) im oberpfälzischen Steinwald erfolgreich gestartete Wiederansiedlungsprojekt für den Habichtskauz wird im neuen Jahr fortgesetzt und intensiviert. Begonnen hatte das deutschlandweit einmalige Artenschutzvorhaben im Juli 2017 mit der Auswilderung von sechs jungen Habichtskäuzen.

Im Jahr 2018 sollen weitere zehn bis zwanzig der seltenen Jungeulen verschiedener Zuchtstationen, darunter jetzt auch der Tierpark Berlin, die Greifvogelstation Hellenthal in der Eifel sowie der Greifvogelpark Grafenwiesen im Bayerischen Wald, in die Freiheit entlassen werden. Die ersten Jungkäuze stammten vom Opel-Zoo in Kronberg/Taunus und dem Gehege des Nationalparks Bayerischer Wald. Das Projekt wird von der Heinz Sielmann Stiftung gefördert.

zur vollständigen Pressemitteilung: Habichtskauzprojekt 2018

 

Windkraftlobbyisten der „Fachagentur Windenergie an Land“ berichteten im November 2017 in der Mitgliederzeitschrift des „Bund Deutscher Forstleute“ (BDF) exklusiv auf sechs Seiten über den großen Nutzen von Windindustriegebieten in Wäldern.

Windkraftanlagen würden sich harmonisch in das Landschaftsbild einfügen. Die Rotoren seien kaum hörbar. Die natürlichen Geräusche im Wald lägen meist über dem Geräuschpegel von Windenergie-Anlagen. Die ausschließlich positive Berichterstattung nahm kein Ende. Kritische Gegenstimmen zur Windenergie im Wald kamen in dem Heft nicht zu Wort.

Der VLAB erhielt nach einem Protestschreiben die Möglichkeit, seine Gedanken und Forderungen zum Bau von Windkraftanlagen in Wäldern in der Mitgliederzeitung 01/2018 des BDF zu veröffentlichen und zur objektiven Information der Förster in Deutschland beizutragen.

Zum vollständigen VLAB-Artikel: Windräder in Wäldern

In folgendem Bericht wird ein Überblick über den Beginn des praktischen Projektteiles und über die Tätigkeiten im Jahr 2017, einschließlich eines Arbeitsplans für 2018, vorgelegt.

zum Habichtskauzprojekt_Tätigkeitsbericht 2017

Junger Habichtskauz in Eingewöhnungs-Voliere © J. Bradtka

Im kommenden Jahr möchten wir das in Deutschland außerhalb eines Nationalparks einmalige Wiedereinbürgerungsprojekt mit deutlich mehr Tieren fortsetzen. Es soll eine zweite Eingewöhnungs-Voliere errichtet werden. Neben den 64 bereits vorhandenen Brutkästen werden wir weitere 30 Nisthilfen installieren. Auch eine Radio-Telemetrie wäre wünschenswert, um die Flugrouten der freigelassenen jungen Habichtskäuze zu erkunden und um die bevorzugten Lebensräume der Eulen zu verbessern.

250 € investierten wir in diesem Jahr für die Fütterung und Betreuung eines jeden kleinen Habichtskauzes in seiner Eingewöhnungsvoliere für die Dauer von rund 30 Tagen. Der Bau und die Installation eines Brutkasten kostete uns rund 150 €. Die Personalkosten und der Bau der Voliere lagen bei 20.000 €.

Bitte helfen Sie mit Ihrer individuellen Spende mit, den seit Hundert Jahren durch uns Menschen ausgerotteten Habichtskauz wieder anzusiedeln.

Spenden an den VLAB mit dem Stichwort „Habichtskauz“ sind als Sonderausgabe von der Steuer absetzbar. Ab 50 € erstellen wir Ihnen auf Wunsch gerne eine Spendenquittung.

Bereits jetzt vielen Dank!

Martina Porzelt (Bild rechts) von der Heinz-Sielmann-Stiftung informierte sich am 4. Oktober vor Ort über das Habichtskauz-Wiedereinbürgerungs-Projekt in Nordbayern. Frau Porzelt ist für das Förderwesen und für Drittmittelprojekte der renommierten Stiftung verantwortlich. Die Heinz-Sielmann-Stiftung ist ein wichtiger Förderer des bundesweit bedeutsamen VLAB-Artenschutzprojektes.

Erläuterung des Projektgebietes

Erläuterung des Projektgebietes. Bild von rechts Martina Porzelt (Heinz-Sielmann-Stiftung), Johannes Bradtka, Claudia Kühn, Dr. Christina Hauser (alle VLAB). Bild © Lukas Meister

Bei dem ganztägigen Besuch wurden installierte Brutkästen, Biotopbäume und Totholz, das Eingewöhnungsvoliere sowie wichtige Infrastruktureinrichtungen für das Projekt im Forstbetrieb Waldsassen, der Güterverwaltung Friedenfels und im Forstrevier Fuchsmühl besichtigt. Die Revierleiter Markus Liegl (Bayerische Staatsforsten) und Eckhard Deutschländer (Forstverwaltung Stadt Augsburg) führten durch Teile ihrer Reviere und erläuterten einige für den Habichtskauz wichtige Lebensraumstrukturen.

Seit der Auswilderung der sechs Habichtskäuze am 24. Juli gab es bereits einige Beobachtungen.

Alle Sichtungen der Käuze lagen in einen Umkreis von ca. 3 – 6 Kilometer um die Auswilderungsvoliere.


Der verheerende Gewittersturm im Bayerischen Wald sollte nach unserer Einschätzung auch als große Chance für einen ökologischen Waldumbau genutzt werden.

Das Unwetter bietet jetzt eine Möglichkeit, den ökologischen Waldumbau weiter voranzutreiben und reine Fichtenbestände in reich strukturierte Mischwälder umzubauen.

Außerdem kann der für viele Pflanzen-, Tier- und Pilzarten essentiell wichtige Totholzanteil deutlich gesteigert werden.

weiterlesen: PM zu Orkan bei Passau

 

Am 24. September wird der 19. Deutsche Bundestag gewählt.

Als überparteiliche und von Lobbyinteressen unabhängige Naturschutzvereinigung mischen wir uns grundsätzlich nicht in den parteipolitischen Wettstreit ein oder präferieren einzelne Parteien.

Wir fordern jedoch von allen künftig im Deutschen Bundestag vertretenen Fraktionen, den Belangen des Natur-, Landschafts- und Artenschutzes einen deutlich größeren Stellenwert als bisher einzuräumen.

Eine weitere Aufweichung der Naturschutzgesetze, Naturschutzverordnungen und Richtlinien muss unterbleiben. Der Schutz der Natur ist zu stärken, anstatt ihn weiter zu schwächen. Das Erneuerbare-Energien-Konzept gehört auf den Prüfstand und erfordert grundlegende Korrekturen, insbesondere bei der Windkraft.

Wir wurden eingeladen, uns in dem Pavillon des Bayerischen Umweltministeriums an der Landesgartenschau 2018 in Würzburg zu beteiligen. An einem Wochenende im September 2018 werden wir das Wiedereinbürgerungsprojekt Habichtskauz präsentieren. In Form von Audio- und Videobeiträgen, Schautafeln, zahlreichen Exponaten und Infomaterialien soll großen und kleinen Naturfreunden das Projekt erklärt und über die große Bedeutung reich strukturierter Mischwälder für den Arten- und Klimaschutz informiert werden.