Der prominente Zoologe und Ökologe Josef H. Reichholf gilt als „Querdenker“ der Ökoszene. Nach dem Tod Enoch zu Guttenbergs soll er dem VLAB neue Impulse bringen.

Der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) hat Josef Reichholf zum neuen Ehrenpräsidenten gewählt. Der prominente bayerische Zoologe und Evolutionsbiologe tritt an die Stelle von Enoch zu Guttenberg, der im Juni überraschend gestorben war. Johannes Bradtka, Vorsitzender des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB), würdigte Reichholf als äußerst kenntnisreichen, engagierten und unkonventionell denkenden Ökologen und Naturschützer. “Wir freuen uns, dass Herr Prof. Reichholf das Angebot des VLAB angenommen hat, als unser Ehrenpräsident zu fungieren. Er ist ein würdiger Nachfolger des großen Enoch zu Guttenberg und wird dem Verein sicher viele neue Impulse geben.”

Pressemeldung VLAB wählt Josef H. Reichholf zum Ehrenpräsidenten

Libera me! – Errette mich. Pianissimo haucht der Chor die letzten Worte aus Giuseppe Verdis „Requiem“ in den Raum. Dann , minutenlange Stille. Rechts am Bühnenrand ein Foto Enoch zu Guttenbergs auf einer hölzernen Staffelei, links, tief in sich versunken, die Sopranistin Susanne Bernhard. Mit ihr verband Guttenberg, der im Juni mit nur 71 Jahren gestorben ist, eine letzte, erfüllende Liebe. Die beiden waren schon verlobt, zur Heirat kam es nicht mehr.

Endlich senkt Dirigent Kent Nagano seine Arme und ein Jubelsturm bricht los, minutenlang. Die Ovationen gelten der Klangverwaltung, Guttenbergs langjährigem Orchester, sie gelten dem prächtigen Solistenquartett – neben Bernhard sangen Anke Vondung (Alt), Sun Min Song (Tenor) und Tareq Nazmi (Bass) – und dem einstigen Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper und heutigem Musikchef der Hamburgischen Staatsoper, der eigens aus Montreal eingeflogen war.

zum vollständigen Artikel auf Umwelt Watchblog

Nach Berichten in der Süddeutschen Zeitung über einen sich andeutenden Strategiewechsel beim Bund Naturschutz (BN) pocht der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) auf die parteipolitische Neutralität aller Naturschutzverbände. 

Soll sich ein Umweltverband auch zu allgemein politischen Fragen äußern, etwa der umstrittenen Reform des bayerischen Polizeiaufgabengesetzes? Soll ein Umweltverband Front machen gegen bestimmte politische Tendenzen, wie die Etablierung einer neuen, rechtsgerichteten politischen Kraft?

In einer Pressemitteilung weist der VLAB darauf hin, dass ein Naturschutzverband keine politische Partei ist und sein sollte. Der Kampf um die Erhaltung der Kulturlandschaften mit ihrer Schönheit und ihrem Artenreichtum, der Einsatz für eine möglichst intakte Natur, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Es sei das große Verdienst des früheren BN-Vorsitzenden und jetzigen VLAB-Ehrenpräsidenten Hubert Weinzierl und des gerade verstorbenen Enoch zu Guttenberg gewesen, den BN aus seiner einstigen, historisch bedingten Umklammerung durch konservativ-autoritäre und staatsnahe Kreise zu lösen, und für alle Menschen, egal welcher politischen Ausrichtung, attraktiv zu machen. Wenn heute der neue BN-Vorsitzende Richard Mergner und sein Vorgänger Hubert Weiger ihren Verband dezidiert vor allem gegen die CSU positionierten und immer weiter nach links rückten, laufe das diesen Zielen diametral entgegen.

„Es ist gut, dass es jetzt mit dem VLAB einen noch recht jungen Naturschutzverband gibt, der sich parteipolitisch neutral verhält und weder Menschen mit konservativen noch progressiven Weltanschauungen ausschließt, wenn es ihnen ernsthaft um die in den Statuten des VLAB festgeschriebenen Ziele geht“, betonte der VLAB-Vorsitzende Johannes Bradtka. Ein Umweltverband müsse seine Ziele unabhängig von parteipolitischen Rücksichtnahmen und Festlegungen offensiv vertreten und in den politischen Prozess einbringen. Es ist dann Sache der Politikerinnen und Politiker, einen tragfähigen Kompromiss zu finden.

Dabei sei der VLAB alles andere als politisch naiv. Er suche natürlich das Gespräch mit allen im bayerischen Landtag vertretenen Parteien. „Doch wir sind keine politische Vorfeldorganisation, welcher politischen Kraft auch immer“, betonte Bradtka abschließend.

Zur Pressemeldung (PDF): PM zu Strategiewechsel beim BN

Am Samstag, 10. März trafen sich das Ehrenpräsidium, die Vorstandschaft, Landesbeiräte und Regionalbeauftragten zu einer Arbeits- und Strategiebesprechung. Es wurden 10 Programmpunkte erörtert und die Arbeitsschwerpunkte für das Jahr 2018 festgelegt. Der VLAB wird künftig seine Markenkerne und Alleinstellungsmerkmale deutlicher als bisher öffentlich darstellen. Diese sind:

  • Der VLAB ist der einzige bayerische Umwelt- und Naturschutzverband, der sich auch konsequent gegen den zügellosen Bau von Windrädern, falls notwendig auch mit seinem Verbandsklagerecht, einsetzt.
  • Der VLAB kämpft dafür, dass Landschaften eine deutlich größere gesellschaftliche, politische und rechtliche Bedeutung als bisher erfahren.
  • Der VLAB setzt sich für den Schutz der Kultur- und Waldlandschaften ein. Sie besitzen einen immateriellen Wert und sind nicht beliebig belastbar. Sie vermitteln den Menschen unbewusst wichtige Grundbedürfnisse: Heimatgefühl und Identität.
  • Schädliche Eingriffe, wie der Bau und Betrieb von Windrädern, Freiflächen-PV-Anlagen, die ständig zunehmende Versiegelung und „Vermaisung“ von Flächen oder der in den letzten Jahren sich ausbreitende Kahlhieb entlang von Straßen und Gewässern machen aus Landschaften hässliche Industrie-  und monotone Agrargebiete. Sie schädigen die Biodiversität, den Erholungswert, die Landschaftsästhetik aber auch die Gesundheit der Menschen.

Für 2018 wurden folgende Schwerpunktthemen beschlossen:

  • Anlässlich der Landtagswahl in Bayern, soll der persönliche Kontakt zu namhaften politischen Entscheidungsträgern verstärkt werden. Hierbei soll insbesondere unsere große Sorge um eine mögliche Aufweichung der bewährten 10-H-Abstandsregelung für Windräder den Politikern nahegebracht und deren negative Folgen detailliert dargestellt werden.
  • Die schlimmen Auswirkungen der jährlich zunehmenden Kahlhiebe entlang von Straßen, Wegen und Gewässern sollen den zuständigen Politikern und Ministerien fachlich gut begründet dargelegt werden. Auch Klagemöglichkeiten dagegen werden überprüft und gegebenenfalls auch wahrgenommen.
  • Das Leuchtturmprojekt „Wiederansiedlung des Habichtskauzes in Nordbayern“ wird im Jahr 2018 fortgesetzt und auf den Landkreis Hof ausgeweitet werden.

Am Ende des Treffens wurde ein Positionspapier_Landschaftsschutz diskutiert und beschlossen. Es soll bei künftigen Stellungnahmen zu Eingriffen in die Landschaft und Natur angewandt werden.

Vor mehr als 200 Zuhörern im Veranstaltungssaal Raum 7 in Mellrichstadt (Landkreis Rhön-Grabfeld) ist Enoch zu Guttenberg, Ehrenpräsident des VLAB, mit der deutschen „Energiewende“ abermals hart ins Gericht gegangen. Veranstalter des Abends war die Kreisgruppe Rhön-Grabfeld des VLAB sowie der Verein zum Schutz der Umwelt und des Kulturerbes in Rhön-Grabfeld (SUKRG). Die Initiativen planen derzeit, gegen das bereits gebaute Windindustriegebiet „Streu und Saale“ rechtliche Schritte einzuleiten und baten dafür um finanzielle Unterstützung. Der „Wind-„park“ mit zehn  Anlagen sei ein ohne wirksame baurechtliche Genehmigung errichteter „Schwarzbau“ und müsse rückgebaut werden.

Guttenberg gab in seiner Rede den Startschuss zur Vorwahl-Kampagne des VLAB und aller Windkraft und Energiewende kritischen Bürgerinitiativen in Bayern. Voraussichtlich am 14. Oktober finden in Bayern Landtagswahlen statt, bei denen erstmals Markus Söder als designierter CSU-Ministerpräsident antreten wird. An ihn vor allem richtet sich Guttenbergs

Mellrichstädter Appell zur Energiewende in Bayern

  1. Keine Aufweichung oder gar Abschaffung der 10-H-Abstandsregelung in Bayern.
  2. Erweiterung der 10-H-Abstandsregelung auf kleinere Ortschaften, Streusiedlungen und bewohnte Einzelgehöfte, in denen es keinen gültigen Bebauungsplan gibt. Diese sind nämlich bisher von der 10-H-Abstandsregelung ausgenommen.
  3. Grundsätzliches Verbot des Baues von Windrädern in Naturparks und Landschaftsschutzgebieten. Dafür genügt eine einfache Ergänzung im bayerischen „Winderlass“.
  4. Grundsätzliches Bauverbot von Windrädern in Wäldern. Auch hierfür genügt eine Ergänzung im „Winderlass“. Rechtsgrundlage wäre das Bayerische Waldgesetz Art. 1, nach dem die „Waldfläche zu erhalten und erforderlichenfalls zu vermehren“ ist.

Die dringend nötige Abschaffung des EEG und der Privilegierung von Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energien im Baugesetzbuch sei natürlich wünschenswert, jedoch unter der gegenwärtigen Zusammensetzung des Bundestages leider eine Utopie und derzeit wohl nicht realisierbar, sagte Guttenberg in seiner knapp zweistündigen, immer wieder von Beifall unterbrochenen Ansprache.

Guttenberg schloss seine Rede mit einem Appell an eine grundsätzliche  „Lebenswende“:

„Meine Damen und Herren, ich möchte Sie nach dieser langen Rede, der Sie so aufmerksam und geduldig zugehört haben, entlassen mit einem Zitat des französischen Ökonomen und Philosophen Serge Latouche, der mit dem Konzept der „nachhaltigen Entwicklung“, dem auch das viel beschworene „grüne Wachstum“ mitsamt der in unserem Land auf so verhängnisvolle Weise exekutierten Energiewende zugerechnet werden kann, hart ins Gericht geht:

Die Theorie der nachhaltigen Entwicklung, so Latouche, „erweist sich insofern als besonders trügerisch, weil sie die Menschen in dem Glauben belässt, die Krise sei zu lösen, ohne dass man die Logik des Marktes, der Ökonomisierung aller Lebensbereiche bis hinein ins menschliche Vorstellungsvermögen, die Geldwirtschaft und die grenzenlose Expansion des Kapitals anficht. In Wirklichkeit ist sie letztlich zum Scheitern verurteilt, sofern sie einem System von Produktion und Konsum verhaftet bleibt, das selbst der Hauptverursacher ebenjener Schäden ist, die sie zu beheben trachtet“.

Ich glaube fest daran, dass wir die derzeitige Epochenkrise nur lösen können, wenn wir wieder ein Brett bohren, das die allermeisten Politiker nicht mehr bohren wollen, weil es keine Wählerstimmen verspricht. Es ist das dickste aller Bretter im Umweltschutz, wie ich ihn verstehe. Wir müssen Abschied nehmen von dem heutigen System von Massenproduktion und Massenkonsum, wie es sich in aller Schärfe und zerstörerischen Gewalt seit dem Zweiten Weltkrieg herausgebildet hat.

Ja, wir brauchen eine Wende. Keine Energiewende, sondern eine Lebenswende, orientiert an der neuen, alten Kultur des Maßhaltens. Wir müssen das Zeitalter der „liquiden Moderne“, wie der polnisch-britische Soziologe Zygmunt Baumann sie beschrieben hat, hinter uns lassen, bevor es richtig begonnen hat. Eine Epoche, die überall das Solide, das Dauerhafte, das Verbindliche durch das Flüchtige, Vergängliche, Unverbindliche zu ersetzen begonnen hat und den mörderischen Produktivismus und Konsumismus des Industriezeitalters noch einmal gesteigert hat zu einem wahren Hexensabbat der Verschleuderung und Verschwendung von Ressourcen, die über Jahrmillionen entstanden sind.“

Spendenkonto VLAB-Kreisverband: VR-Bank Rhön-Grabfeld, BIC: GENODEF1MLV, IBAN: DE04 7906 9165 0001 0271 74

Spendenkonto SUKRG: Deutsche Postbank, BIC: PBNKDEFF, IBAN: DE14 7601 0085 0081 3618 56

Artikel in der Main-Post zu Guttenbergs Rede

Rhöner Rede von Enoch zu Guttenberg (ungekürzte PDF)

Video der Rede von Enoch zu Guttenberg

Auch der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) unterstützt nun das von der Partei Bündnis90/Die Grünen zusammen mit der ÖDP und der Bauernorganisation AbL angestrengte Volksbegehren “Betonflut eindämmen” gegen den ungebremsten Flächenfraß im Freistaat.

“Der Bau von immer neuen Straßen, Wohnsiedlungen und Gewerbegebieten auf der grünen Wiese zählt zu den größten Umweltproblemen in Bayern”, sagte der Vorsitzende des VLAB, Johannes Bradtka. “Deshalb unterstützen wir das Volksbegehren der Grünen, auch wenn wir auf anderen Gebieten wie der Energiewende durchaus konträre Positionen einnehmen.”

zur Pressemitteilung: PM Beitritt zum Volksbegehren gegen Flächenfraß

Die von dem früheren Landesvorsitzenden des BUND in Rheinland-Pfalz, Harry Neumann, gegründete Naturschutzinitiative (NI) hat ihre Anerkennung als bundesweit tätiger Umweltverband nach § 3 des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes (UmwRG) erreicht. Der VLAB begrüßt diese Anerkennung und wünscht der Naturschutzinitiative weiterhin viel Erfolg im Kampf um die Erhaltung unserer Natur- und Kulturlandschaften, insbesondere gegen die Begehrlichkeiten der Erneuerbare-Energien-Industrie. Mit der Anerkennung verbunden sind das wichtige Verbandsklagerecht sowie weit reichende Beteiligungsrechte, etwa bei Gesetzesvorhaben auf Bundesebene. Die Naturschutzinitiative ist nach eigenen Angaben der 100. Verband, dem das Umweltbundesamt in Dessau die Klage- und Mitwirkungsrechte einer staatlich anerkannten Umweltvereinigung zugebilligt hat. Die NI ist vor allem in Westdeutschland aktiv.

Auch der VLAB mit seinen Ablegern in Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern strebt zur Zeit seine bundesweite Anerkennung an. Das Verfahren ist weit vorangeschritten; der positive Bescheid aus Dessau dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen. In Bayern wurde der VLAB bereits 2015 vom Bayerischen Landesamt für Umwelt offiziell als landesweit tätige Umwelt- und Naturschutzvereinigung anerkannt und hat seither bereits mehrere Verbandsklagen gegen umwelt- und landschaftszerstörende Windkraftprojekte angestrengt.

 

 

 

 

Bild (von rechts) MdB Albert Rupprecht, Baron Eberhard von Gemmingen-Hornberg, Johannes Bradtka Bild © R. Wellenhöfer

Bild (von rechts) MdB Albert Rupprecht, Baron Eberhard von Gemmingen-Hornberg, Johannes Bradtka. Bild © R. Wellenhöfer

Am 27. Oktober trafen sich VLAB-Vorsitzender Johannes Bradtka und Landesbeirat Baron Eberhard von Gemmingen-Hornberg zu einem Gespräch mit MdB Albert Rupprecht, dem bildungs- und forschungspolitischen Sprecher der CDU/CSU im deutschen Bundestag.

Nach kurzen Informationen über die Vereinsstrukturen, Planungen und Arbeitsschwerpunkte des VLAB wurde dem Bundestagsabgeordneten das Auswilderungsvoliere für die Habichtskäuze vor Ort präsentiert und die wichtigsten Ziele dieses in Deutschland bisher einmaligen Wiederansiedlungs- und Artenschutzprojektes erläutert.

Drängende Themen zur Energiewende, insbesondere zur Verwässerung der 10-H-Abstandsregelung und zum Bau von Windrädern in Wäldern und Kulturlandschaften, beendeten das harmonische und konstruktive Gespräch.

In Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Tirschenreuth und den regional zuständigen Naturschutzbehörden werden wir im Rahmen des Vertragsnaturschutzprogramms Wald (VNP Wald) rund 200 Biotopbäume für den Habichtskauz erhalten. Das Programm soll auch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden.

Biotopbäume benötigen nicht nur Eulen, sondern auch viele andere auf Baumhöhlen und Totholz angewiesene Artengruppen, wie beispielsweise Pilze, Flechten, Insekten und Fledermäuse.

Weitere Informationen: Biotopbäume und Totholz

Vor rund zwei Jahren, am 27. Juli 2015, erhielten wir vom Bayerischen Landesamt für Umwelt die Anerkennung als Umwelt- und Naturschutzvereinigung. Voraus ging ein rund einjähriges, aufwendiges und hartes Verfahren.

Lesen Sie hier ein kurzes Resümee unserer Arbeit und Erfahrungen:

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Ein großzügiger Spender, der öffentlich nicht genannt werden möchte, hat für unser Wiederansiedlungsprojekt 20.000 € gespendet. Herzlichen Dank dafür!

Jeder Spendenbetrag, gleich in welcher Höhe, nutzt unserem Projekt.

weiterlesen: Habichtskauz-Patenschaft

Gestern um 20 Uhr war es soweit: Bei beginnender Dämmerung wurde das Auswilderungsvoliere geöffnet. Die Zeit dafür war reif. Das Federkleid der Habichtskäuze war „trocken“, das bedeutet vollkommen durchblutet und gut ausgebildet, ihre Augen waren klar und gesund und ihr Gesamteindruck war erfreulich. Während der rund vierwöchigen Eingewöhnungszeit in der Auswilderungsvoliere lernten die Jungkäuze auch die Jagd auf lebende Mäuse in einer extra dafür gebauten Mäuseburg.

Rund eine Stunde nach Öffnung der Voliere traute sich der erste tapfere Habichtskauz die Voliere zu verlassen. Dann folgten drei weitere neugierige Eulen. Der Rest fraß sich an den Mäusen der Mäuseburg noch schnell satt. Eben wie im richtigen Leben.

2017 ist übrigens ein gutes Mäusejahr. Die Populationen von Erd-, Rötel- und Feldmaus sind hoch. Auch die Habichtskäuze werden davon profitieren.

Wir informieren weiter über das Projekt.

Bild von links: Dr. Christina Hauser, VLAB Co-Vorsitzende, Bert Kowalzik, Vorsitzender VLAB-Kreisgruppe Rhön-Grabfeld

Bild von links: Dr. Christina Hauser, VLAB Co-Vorsitzende, Bert Kowalzik, Vorsitzender VLAB-Kreisgruppe Rhön-Grabfeld

Am vergangenen Sonntag feierten die VLAB-Kreisgruppe Rhön-Grabfeld und der Verein zum Schutz der Umwelt und des Kulturerbes in Rhön-Grabfeld e.V. gemeinsam mit vielen kleinen und großen Naturfreunden ihr Natur- und Artenschutzfest.

Der Rotmilan stand in diesem Jahr, neben Bratwurst, Steak und leckerer Kuchen, im Mittelpunkt des Naturfestes. Eine Greifvogelexkursion für Kinder und Erwachsene rundete das Programm ab.

Als staatlich anerkannter Umwelt- und Naturschutzverband wurde der VLAB bei den Vorplanungen zu einem Gasturbinenkraftwerk im Landkreis Freising von der Regierung von Oberbayern beteiligt.

In Zolling soll auf dem Gelände eines bestehenden Kohlkraftwerkes ein modernes Gasturbinenkraftwerk mit einer Feuerungswärmeleistung (FWL) von 1.100 bis 1.200 MW und ein Schaltfeld errichtet und betrieben werden. Es soll der Absicherung kritischer Netzsituationen, die mit dem Abschalten der letzten Kernkraftwerke in Deutschland und vor Fertigstellung geplanter Nord-Südleitungen in Starklastsituationen auftreten können, dienen.

Die ENGIE Generation Management GmbH hat der Regierung von Oberbayern dazu eine Scoping-Unterlage, erstellt vom ifeu-Institut für Energie und Umweltforschung Heidelberg, vorgelegt.

Der VLAB befürwortet uneingeschränkt den Bau des Gasturbinenkraftwerks, um die nachhaltige Stromversorgungssicherheit für Bayern zu gewährleisten. Aus unserer Sicht sind zuverlässige Gaskraftwerke unabdingbar. Sie arbeiten weitgehend schadstofffrei, sind höchst effizient und sichern die Grundlastversorgung mit Strom. Gaskraftwerke gehören zu den effizientesten Kraftwerkstypen. Sie schützen unser Klima und können in unsere Landschaften gut integriert werden. Statt eines maßlosen Ausbaus natur- und landschaftsschädlicher Windkraftanlagen setzt der VLAB auf moderne, leistungsfähige Gaskraftwerke, verbunden mit einer verantwortungsvollen Nutzung der Wasserkraft, Geothermie, Fotovoltaik-Technologie auf Dächern, der Holznutzung (Blockheizkraftwerke) und einer weiteren intensiven Forschung im Bereich der Kernfusion.

Bild von links: Umweltministerin Ulrike Scharf, VLAB-Landesbeirat Georg Etscheit

Die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf hat am Freitag zusammen mit ihrer Kabinettskollegin Ilse Aigner die diesjährige BayernTourNatur eröffnet. Der Startschuss zu diesem bayernweiten Umweltbildungsprogramm mit mehr als 7000 Veranstaltungen in allen Landesteilen fiel am Freitag im idyllischen Tal der Valepp unweit des oberbayerischen Spitzingsees. Erstmals eingeladen war auch der VLAB. Beiratsmitglied Georg Etscheit informierte die Ministerin über das neue Bildungszentrum des Vereins auf Schloss Schlosss Wiesenfelden im Bayerischen Wald. Das zusammen mit Beate Seitz Weinzierl erarbeitete Jahresprogramm 2017 soll in Kürze vorgestellt werden.

Die BayernTourNatur ist nach Angaben des Ministeriums Deutschlands größte Natur- und Umweltbildungsaktion und besteht seit 17 Jahren. Mehr als 7000 Veranstaltungen sollen den Teilnehmern die „Vielfalt unserer bayerischen Heimat“ näherbringen. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des europäischen Schutzgebiete-Netzes „Natura 2000“ werden den Teilnehmern der BayernTourNatur in diesem Jahr viele dieser wertvollen Lebensräume vorgestellt. Das Tal der Valepp im Mangfallgebirge zählt mit 16 000 Hektar Fläche zu den größten Natura 2000-Gebieten in Bayern.

Auch über das Habichtskauz-Wiedereinbürgerungsprojekt wurden die Teilnehmer informiert. Bild © VLAB

Zu einem Strategietreffen fanden sich am 11. Februar Ehrenpräsident Enoch zu Guttenberg, der Landesvorstand sowie die Landesbeiräte und Regionalbeauftragten des VLAB auf Schloss Guttenberg ein. In einer dicht gedrängten Tagesordnung wurden zahlreiche Themen erörtert und wichtige Maßnahmen beschlossen. Beispielsweise wird das von Beate und Hubert Weinzierl betriebene Umweltzentrum Schloss Wiesenfelden im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen künftig als ökologische Bildungsstätte des VLAB dienen. Bereits 2017 sind Fortbildungen in der Umweltpädagogik und Pressearbeit für VLAB-Mitglieder und Kreisgruppen vorgesehen.

Weitere wichtige Themen des Treffens waren Verbandsklagen und die Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes. „Die geplante Aufweichung des Tötungsverbotes ist ein Frontalangriff auf den Natur- und Artenschutz in Deutschland und muss von jedem Umweltverband bekämpft werden“ forderte Vorsitzender Johannes Bradtka. Das Gremium beschloss einstimmig, mit allen rechtlichen Möglichkeiten gegen eine Gesetzesänderung vorzugehen.

Stellungnahme des VLAB zur 22. Änderung des Regionalplans Region Oberpfalz-Nord; Änderung Kapitel B X „Energieversorgung“ – Neuaufstellung Teilabschnitt B X 5 „Windenergie“, Beteiligung der Träger öffentlicher Belange:

Zusammenfassung:

„Der VLAB lehnt alle im Teilabschnitt B X 5 „Windenergie“ genannten Vorrang- und Vorbehaltsgebiete ab. Der Bau und Betrieb von Windkraftanlagen (WKA) in Wäldern oder an Waldrändern führt zu einer massenhaften Tötung gefährdeter Vogel- und Fledermausarten. Der VLAB fordert, WKA grundsätzlich nicht an derartigen Standorten zu errichten. Dem Bau von WKA wurde in der Planungsregion Oberpfalz-Nord in den zurückliegenden Jahren bereits übermäßig viel Raum eingeräumt. Das Gebot, Windrädern in substanzieller Weise Raum zu verschaffen, ist erfüllt. Der Zubau weiterer WKA würde sowohl die Vogel- und Fledermausfauna als auch das Landschaftsbild der gesamten Region nachhaltig und wesentlich beeinträchtigen.“

Das Logo der neu gegründeten Kreisgruppe Regen-Freyung-Grafenau

VLAB Kreisgruppe im Bayerischen Wald gegründet

Am 12. November gründete sich in Spiegelau, im Herzen des Bayerischen Waldes, die VLAB-Kreisgruppe Regen-Freyung-Grafenau.

Zum Vorsitzenden der Kreisgruppe wurde Erhard Dick aus Frauenau gewählt. Er wird durch Manuela Fuchs-Begerl aus Kirchdorf im Wald vertreten. Schriftführerin ist Amalie Hannes aus Zimmerau/Gemeinde Rinchnach, die Kassengeschäfte führt Rita Dick. Josef Erhard aus Klingenbrunn und Konrad Döringer aus Spiegelau wurden als Beiräte gewählt.

Der VLAB wünscht der neu gegründeten Kreisgruppe und ihren Akteuren viel Glück und Erfolg bei ihrer verantwortlichen Umwelt- und Naturschutzarbeit im Bayerischen Wald.

816zckmxselWie lange wird es sie wohl noch geben: die großen, zusammenhängenden und weitgehend infrastrukturell unversehrten Wälder wie beispielsweise den Bayerischen Wald, Schwarzwald, den Thüringer Wald, Spessart, den Pfälzer Wald oder den Odenwald?

Unser Habichtskauz-Schirmherr >>Andreas Kieling<< und Kilian Schönberger, ein freier Architektur- und Landschaftsfotograf, präsentieren in ihrem neuen Buch  >>Sehnsucht Wald<< die Schönheit der deutschen Wälder. Einzigartige Fotografien lassen uns den Lebensraum Wald mit seiner Tierwelt im Laufe der Jahreszeiten neu entdecken. Ein traumhaft schönes Buch und ein ideales Weihnachtsgeschenk für jeden echten Wald- und Naturfreund.

Informationen zum Buch:

Gebundene Ausgabe: 240 Seiten // Verlag: NATIONAL GEOGRAPHIC Buchverlag GmbH; Auflage: 1 (28. September 2016)

ISBN-10: 3866904770 / ISBN-13: 978-3866904774

Der VLAB hat sich am 21. Oktober mit einer Stellungnahme zur Fortschreibung des Regionalplans „Kapitel B I Freiraum, Natur und Landschaft“ an den Planungsverband Donau-Wald in Straubing gewandt. Die Planung sieht vor, dass künftig keine landschaftlichen Vorbehaltsgebiete – wie das Vorfeld des Nationalparks Bayerischer Wald – mehr im Plan enthalten sein sollen, soweit sich solche mit bestehenden Landschaftsschutzgebieten und Naturschutzgebieten überdecken.

Einige Textstreichungen und Neuformulierungen ermöglichen nach Ansicht des VLAB Einschränkungen bis hin zum Außerkraftsetzen essentieller Elemente des Natur- und Landschaftsschutzes. In seiner Stellungnahme kritisiert der VLAB die Aufweichung von Bereichen insbesondere im Vorfeld des Nationalparks Bayerischer Wald. Dadurch könne eine Sicherung dieser wertvollen Areale nicht gewährleistet werden. In seiner Stellungnahme forderte der VLAB u.a., die unmittelbar vor dem Nationalpark gelegene Kammregion des Wagensonnriegel als Schutzzone bzw. als Naturschutzgebiet auszuweisen.

Mit einer Ausweisung von Windkraftgebieten im Vorfeld des Nationalparks Bayerischer Wald, der seit 1986 Träger Europadiploms ist, würden die Bundesrepublik und der Freistaat Bayern ihre Verpflichtungen aus der Berner Konvention nicht einhalten. Nach Artikel 4 Absatz 2 der Berner Konvention haben die Vertragsparteien bei ihrer Planungs- und Entwicklungspolitik die Erfordernisse der Erhaltung der nach Artikel 4 Absatz 1 geschützten Gebiete (Europadiplomgebiete) zu berücksichtigen. Jede Beeinträchtigung dieser hochwertigen Gebiete ist zu vermeiden oder so gering wie möglich zu halten.