Hintergrundinformationen

Im Jahr 2016 genehmigte die Regierung der Oberpfalz die Wiederansiedlung des Habichtskauzes (Strix uralensis) in den Wäldern des nordostbayerischen und westböhmischen Grundgebirges. Das Kerngebiet umfasst den Naturpark Steinwald, den Hessenreuther und nördlichen Oberpfälzer Wald und das südliche Fichtelgebirge. Diese Landschaftsräume gehören zum historischen Verbreitungsgebiet des Habichtskauzes. Sie sind dünn besiedelt und nur gering durch Verkehrswege, Dörfer, Einzelgehöfte und meist extensiv bewirtschaftete landwirtschaftliche Flächen fragmentiert. Die großen submontanen-montanen Wälder liegen in einer Höhenlage von ca. 550 – 1000 Meter ü. NN. Bergkuppen und Bergrücken, Felsformationen mit Blockhalden, kleine oligotrophe Waldbäche und Wiesen prägen neben dem Wald das Bild der Landschaft.

Hauptziel des Projektes ist, eine kleine lebensfähige Population zu etablieren. Diese soll sich langfristig in den Wäldern der nordostbayerischen und nordwestböhmischen Mittelgebirge ausbreiten und mit der bisher isolierten Population des bayerisch-böhmischen Waldes im Südosten vernetzen. Flankierend dazu sollen bis zu insgesamt 200 Brutkästen an geeigneten Standort im Wald installiert werden, um die vorhandenen natürlichen Brutmöglichkeiten – Hochstümpfe und starkes Totholz – zu ergänzen und um den Bruterfolg und die Ausbreitung zu beschleunigen.

Das Projekt wird mit zahlreichen Kooperationspartnern – darunter die Heinz Sielmann Stiftung, die Bayerischen Staatsforsten, die Güterverwaltung Friedenfels, die Forstverwaltung der Stadt Augsburg, der Deutsche Falkenorden und der Nationalpark Bayerischer Wald – durchgeführt. Es ist für vorläufig zehn Jahre genehmigt. Nach fünf Jahren findet eine Revision statt.

In den Jahren 2017 bis 2019 erhielt der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V. (VLAB) aus Zoos und Wildparks insgesamt 18 junge Habichtskäuze zur Wiederansiedlung. Diese gewöhnte man in Volieren rund vier Wochen lang ein, bevor man sie endgültig auswilderte. In einem Umkreis von rund 50 Kilometern wurden bisher rund 170 Brutkästen installiert. Zur Verbesserung der für den Habichtskauz typischen Strukturelemente begannen wir mit unseren Kooperationspartnern, offene Flächen im Wald, Kleingewässer sowie starkes stehendes Totholz und Hochstümpfe neu zu schaffen oder vorhandene Strukturen zu verbessern. Von dem Projekt profitieren auch andere Vogelarten, Flechten und Moose, Amphibien, Fledermäuse, xylobionte Pilze und die Insektenfauna der Wälder.

Das öffentliche Interesse und die Resonanz an der Wiederansiedlung sind sehr positiv. Bisher konnte ein Habichtskauz-Revier bestätigt werden. In den kommenden Jahren ist eine GPS-GSM-Telemetrie geplant.

Sponsoren & Unterstützer

 
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Opel-Zoo - Logo
Logo des Deutschen Falkenordens (DFO)
Logo der Bayerischen Staatsforsten
Nationalpark Bayerischer Wald - Logo
Logo der Heinz Sielmann Stiftung
Logo Bayerische Forstverwaltung
Logo Greifvogelstation Hellenthal
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