Wichtige Hintergrundinformationen

Der praktische Teil des Wiedereinbürgerungsprojekt startete im Jahr 2017 mit der Freilassung von sechs Jungeulen im Naturpark Steinwald im Landkreis Tirschenreuth (Bayern). Die kleinen Käuze wurden ab Juni in einer Freilandvoliere eingewöhnt. Im Juli erfolgte dann ihre endgültige Auswilderung. Sie verbreiten sich in einem Radius von rund 50 km rund um das Auswilderungsgebiet im Steinwald.

Bisher gibt es in Bayern nur eine Habichtskauz-Kleinpopulation im Bayerischen Wald mit einem hohen Isolations- und Aussterberisiko. Der bewaldete, nur gering fragmentierte und dünn besiedelte Mittelgebirgskamm entlang des Böhmerwaldes, Oberpfälzer Waldes, Steinwaldes und des Fichtelgebirges stellt eine ideale Ausbreitungsachse für die waldbewohnende Eulenart dar. Eine Ausweitung des Bestandes nach Nordostbayern ist ein wertvoller Puffer gegen bedrohliche Bestandsschwankungen für die Kleinvorkommen im Bayerischen Wald und eine Erhöhung der genetischen Variabilität.

Der Habichtskauz dient als Leitart für verschiedenste Artengruppen. Die Waldstrukturen im Projektgebiet werden durch zusätzliche Biotopbäume, die Neuanlage kleinerer Waldwiesen sowie durch Sukzessionsflächen und naturnah gestaltete Kleingewässer verbessert. Davon profitieren auch viele Artengruppen, wie Pilze, Insekten, Moose, Flechten und Amphibien.

Das gesamte Projekt wird über einen Zeitraum von 10 Jahren mit rund 650.000 Euro Kosten kalkuliert. Es ist außerhalb eines Nationalparks für Deutschland bisher einmalig. Die Wiedereinbürgerung stößt auf eine breite gesellschaftliche Akzeptanz. Alle notwendigen natur- und tierschutzrechtlichen Genehmigungen sind erteilt. Die IUCN-Richtlinie für Wiedereinbürgerungen wird eingehalten. Das Gebiet wurde von Experten (Prof. Dr. Jörg Müller, Dr. Friedrich Buer) als geeignet beurteilt.

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