Heinz Böker-Stiftung

Heinz Böker-Stiftung

Eine stattliche Spende für die Wiederansiedlung des Habichtskauzes erhielten wir kurz vor Weihnachten von der Heinz Böker-Stiftung für Natur- und Tierschutz aus Bonn.

Herzlichen Dank für diese großzügige Förderung unseres zwischenzeitlich Länder übergreifenden Artenschutzprojektes.

Allmählich wurde die Zeit knapp. Noch vor Einbruch des Winters sollten im Steinwald fünf Brutkästen für den Habichtskauz installiert werden. Die Freude beim Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) war daher groß, als acht Mitglieder der LBV Ortsgruppe Trabitz anrückten, um die neuen „Wohnungen“ für den Uralkauz, wie er auch genannt wird, in den herbstlich gefärbten Mischwäldern rund um Friedenfels anzubringen.

Der Vogel- und Fledermausschützer Markus Liebl aus Grafenwöhr hatte den Kontakt hergestellt. „Ihr seid eine echt tolle Truppe“ freute sich Johannes Bradtka vom VLAB über die spontane Hilfe der LBV Ortsgruppe.

In den Landkreisen Hof, Bayreuth, Wunsiedel, Neustadt an der Waldnaab und Tirschenreuth wurden bisher bereits 110 Brutkästen für den Habichtskauz angebracht; weitere sollen folgen. Auch ein tschechischer Naturschutzverband beteiligt sich seit kurzem an der Wiederansiedlung der großen Eule im Grenzgebiet zwischen Bayern und der Tschechischen Republik.

Der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V. (VLAB) hat am 04.10.2018 beim Verwaltungsgericht Regensburg Verbandsklage gegen den Genehmigungsbescheid des Landratsamtes Landshut zum Bau und Betrieb einer Windkraftanlage in Pfettrach, Gemeinde Altendorf erhoben.
Die Mitteilung der Klageerhebung an das Landratsamt erfolgte am selben Tag. Aus Sicht der anwaltlichen Vertretung des Vereins hat die Klage aufschiebende Wirkung für die Baumaßnahmen. Dessen ungeachtet gingen die Bauarbeiten vor Ort fast zwei Wochen unvermindert weiter.

Der VLAB veranlasste daraufhin einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Regensburg zur Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der VLAB Klage.

zur vollständigen Pressemitteilung: Presseinformation_Pfettrach_31.10.18

Das zweite Jahr unseres Wiederansiedlungsprojektes für den Habichtskauz geht allmählich zu Ende. Für erste Freilandbruten ist es noch zu früh. Frühestens in zwei Jahren sind erste Bruterfolge denkbar. Momentan führen wir ein akustisches Monitoring durch. Wir konnten unser Zuchtnetzwerk erweitern und rechnen im kommenden Jahr mit deutlich mehr Tieren für die Wiederansiedlung. Zahlreiche neue Brutkästen wurden gefertigt und installiert. Das Projekt wurde auf die Tschechische Republik ausgeweitet.

Wir konnten in diesem Jahr sehr viel Bildmaterial sammeln und auch einige kleinere Videos drehen. Diese werden wir im Laufe des Winterhalbjahres auf unserer Webseite und auf Facebook und Twitter veröffentlichen.

Hier ein kurzer Film: Ein junger Habichtskauz wird aus einer Auswilderungsvoliere freigelassen. Die Luke oben links an der Voliere wird durch einen Seilzug automatisch geöffnet. Schon nach kurzer Zeit fliegt der Habichtskauz in die Freiheit.

Bild rechts Václav Pinta (ČSOP, Bernartice); zweite von links Michaela Domeyer (VLAB) © VLAB

 

In den kommenden Tagen werden die ersten zehn Brutkästen für den Habichtskauz im böhmischen Wald (Český les) entlang der bayerisch-tschechischen Grenze installiert. Sie wurden in einer Werkstätte für behinderte Menschen in Bayern hergestellt.

Am 22. Oktober holten tschechische Ornithologen der Naturschutzorganisation ČSOP die Nisthilfen in Friedenfels ab. Danach wurde eine der Auswilderungsvolieren im Steinwald besichtigt, Erfahrungen ausgetauscht und weitere Treffen vereinbart.

Bild von rechts: Michaela Domeyer (VLAB), Landrat Andreas Meier (Sparkassen-Verwaltungsrat), Josef Pflaum (Sparkassen-Vorstandsvorsitzender), Johannes Bradtka (VLAB).

Bild von rechts: Michaela Domeyer (VLAB), Landrat Andreas Meier (Sparkassen-Verwaltungsrat), Josef Pflaum (Sparkassen-Vorstandsvorsitzender), Johannes Bradtka (VLAB).

Einen angenehmen Termin im Wald durften wir am vergangenen Dienstag wahrnehmen. Die Vereinigten Sparkassen Eschenbach i. d. OPf., Neustadt a. d. Waldnaab und Vohenstrauß spendeten 1.500 Euro für das Habichtskauz-Wiederansiedlungs-Projekt in Nordostbayern.

Nach einer Besichtigung von einer der vier Eingewöhnungsvolieren waren sowohl der Sparkassen-Verwaltungsrat Landrat Andreas Meier als auch der Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Josef Pflaum von dem Projekt begeistert.

Wir bedanken uns bei den Vereinigten Sparkassen Eschenbach i. d. OPf., Neustadt a. d. Waldnaab und Vohenstrauß für die großzügige Spende.

Pressemitteilung des Landratsamt Neustadt an der Waldnaab

 

Meist dicht belagert der Pavillon des VLAB und DFO

Meist dicht belagert der Pavillon des VLAB und DFO

Über die Wiedereinbürgerung des Habichtskauzes in Deutschland, den Schutz von Greifvögeln und Eulen und über die Falknerei ließen sich am vergangenen Wochenende auf der Landesgartenschau in Würzburg viele hunderte Menschen durch den Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) und den Deutschen Falkenorden (DFO) informieren. Als Besuchermagnet im Aktionspavillon des Bayerischen Umweltministeriums erwies sich das prächtige Wanderfalken-Pärchen von Michael Mickisch, dem Landesvorsitzenden des DFO in Bayern.

Kleine und große Vogelschützer konnten unter fachkundiger Betreuung die Gewölle von Eulen untersuchen oder durch Gespräche mit den anwesenden Experten Fragen klären. Schautafeln und Informationsmaterialien rundeten die Veranstaltung ab. „Eine tolle Aktion, um die Anliegen der beiden Verbände einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren“ so das einhellige Fazit der beiden Vorsitzenden Michael Mickisch (DFO Bayern) und Johannes Bradtka (VLAB).

Dank einer 4.000 Euro Spende von „Cents for help“ können weitere Brutkästen für den in Nordbayern ausgestorbenen Habichtskauz gebaut und in den Wäldern angebracht werden.

Brutkästen für den Habichtskauz

Brutkästen für den Habichtskauz

„Cents for help“ ist eine Spendenkampagne des Technologiekonzerns Bosch und wurde von dem Unternehmen und seinen Arbeitnehmervertretern initiiert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spenden monatlich den Centbetrag hinter dem Komma ihrer Gehaltsabrechnung für einen guten Zweck. Das Unternehmen rundet entsprechend auf.

Wir danken den Mitarbeitern des Bosch-Unternehmens und der Bosch-Gruppe für ihr Engagement für den Natur- und Artenschutz.

Trotz eines laufenden Berufungsverfahrens des VLAB vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof München, ordnete das zuständige Landratsamt den sofortigen Vollzug des Baus von Windrädern im Landkreis Dachau an.

Es ist zu befürchten, dass bald mit massiven Rodungsarbeiten begonnen wird. Der VLAB hat daher in einem Eilverfahren Klage beim Verwaltungsgericht München eingereicht, um den sofortigen Vollzug des Baus aufzuheben und um die aufschiebende Wirkung wiederherzustellen.

Der VLAB wird hierbei von seinen Mitgliedern aus dem Landkreis Dachau unterstützt.

Feldlerche

Feldlerche (Bild VLAB)

Im Rahmen der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung einer Windkraftanlage im Landkreis Freising wurde der Windkraftbetreiber zur Anlage sogenannter Lerchenfenster verpflichtet. Durch die Lerchenfenster soll der durch die Baumaßnahme bedingte Lebensraumverlust der Feldlerche ausgeglichen werden.

Die Genehmigung mit der Auflage erfolgte bereist im Herbst 2014 durch das zuständige Landratsamt Freising. Nach Kenntnissen des VLAB wurden bisher keine Lerchenfenster angelegt.

Der VLAB forderte daher am 28. Mai über einen Rechtsanwalt das Landratsamt zu einer Kontrolle und, falls erforderlich, zu einer sofortigen Vollstreckung der Auflagen auf.

In diesem Jahr unterstützt erstmalig der Tierpark Gotha in Thüringen unser Wiederansiedlungsprojekt für den Habichtskauz in Nordbayern. In einigen Tagen erhalten wir bereits zwei Jungkäuze aus eigener Nachzucht.

Den Kontakt ermöglichte Dr. Dominik Fischer, Fachtierarzt an der Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische der Justus-Liebig-Universität Gießen. Dr. Dominik Fischer ist auch Vorsitzender des Landesverbandes Hessen des Deutschen Falkenordens (DFO).

Wir bedanken uns beim Tierpark Gotha sowie bei Dr. Dominik Fischer für die großartige Unterstützung des Wiederansiedlungsprojektes.

 

Rotmilan tot unter Windrad

Rotmilan tot unter Windrad

Das pathomorphologische Gutachten eines im April unter einer Windkraftanlage im Windpark Ellenfeld in Ostbayern tot aufgefunden Rotmilan ist eindeutig: Der in zwei Hälften getrennte Tierkörper wies multiple ausgedehnte Frakturen im Bereich der Halswirbel, des Schultergürtels, der Ober- und Unterarme sowie der Rippen auf. Zusätzlich wurde ein Abriss des Herzens an der Herzbasis attestiert. Schussverletzungen konnten keine festgestellt werden. Der Rotmilan war in einem guten Ernährungszustand.

Die multiplen Verletzungsarten lassen auf ein heftiges, stumpfes Trauma verursacht durch Rotorschlag schließen, so der Leiter der Untersuchung in seinem Gutachten.

Der VLAB sieht sich auf Grund der signifikanten Gefährdungslage gezwungen, am zuständigen Landratsamt Tirschenreuth eine sofortige Verfügung zur Abschaltung des Windparks über einen Rechtsanwalt zu beantragen. Durch die Abschaltung, jeweils in einem Zeitraum von 1. März bis 15. August von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, sollen weitere Schlagopfer streng geschützter Vogelarten im Bereich des Windparks verhindert werden.

weiterlesen PM_Rotmilan_Windpark Ellenfeld

Die drei neuen Auswilderungsvoliere für das Projekt zur Wiederansiedlung des Habichtskauzes in Nordbayern sind fertiggestellt. In einigen Tagen erfolgt eine Abnahme durch das örtliche zuständige Landratsamt in Verbindung mit dem Amtstierarzt.

Auswilderungsvoliere

Auswilderungsvoliere

Die drei Volieren kosteten zusammen rund 45 Tausend Euro und wurden über das Programm „Besondere Gemeinwohlleistungen“ finanziert. Besondere Gemeinwohlleistungen im Wald sind Leistungen, die das Unternehmen Bayerischen Staatsforsten in enger Zusammenarbeit mit der Bayerischen Forstverwaltung über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus erbringt. Im Sinne des Gemeinwohls werden durch das Programm Maßnahmen im Bereich des Naturschutzes, des Artenschutzes oder für Erholungssuchende bayernweit gefördert.

Wir bedanken uns bei den Forstbetrieben Waldsassen, Fichtelberg und Schnaittenbach der Bayerischen Staatsforsten und beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Tirschenreuth für ihre Unterstützung und Förderung des Wiederansiedlungsprojektes.

Mit dem oberfränkischen Forstbetrieb Selb beteiligt sich ein weiterer Betrieb der Bayerischen Staatsforsten an dem Wiederansiedlungsprojekt für den Habichtskauz. Noch in diesem Jahr sollen an geeigneten Waldorten Brutkästen installiert werden. Das wurde bei einer Besprechung am 17. Mai vereinbart. Bisher sind an dem Projekt die BaySF-Forstbetriebe Waldsassen, Fichtelberg und Schnaittenbach beteiligt.

Der VLAB bedankt sich bei den Förstern/innen des Forstbetriebes Selb und seinem Chef Michael Grosch für ihre Unterstützung.

Die Todesursache eines im April unter einer Windkraftanlage bei Bärnau in der Oberpfalz tot aufgefundenen Rotmilans steht fest.
Ein tiermedizinisches Institut stellte im Rahmen pathologisch-anatomischer Untersuchungen fest, dass der nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützte Greifvogel durch ein „hochgradiges stumpfes Trauma“ getötet wurde.

„Art und Ausmaß der pathomorphologischen Veränderungen lassen unter Berücksichtigung des Fundortes auf eine Verletzung durch Rotorschlag schließen.“

Der VLAB wird das örtlich zuständige Landratsamt auffordern, aufgrund der permanenten Gefahrenlage im Sinne des § 44 Abs. 1 BNatSchG und des § 3 Abs. 2 BNatSchG unverzüglich Auflagen hinsichtlich der Betriebseinschränkung bzw. Betriebsuntersagung der Windkraftanlagen zu verfügen.

Rotmilan tot unter Windrad

Teile Rotmilan unter Windrad

Am heutigen Mittwoch wurde ein unter einer Windkraftanlage in der Oberpfalz tot aufgefundener, in zwei Stücke zerhackter Rotmilan in ein tiermedizinisches Institut nach Erlangen verbracht.

Im Rahmen einer pathologisch-anatomisch-histologischen Untersuchung soll die Todesursache festgestellt werden. Bei der Untersuchung lassen sich Schussverletzungen, Vergiftungen, bakterielle Todesursachen, weitere Erkrankungen oder ein Trauma, verursacht durch einen heftigen Aufprall auf ein Hindernis, diagnostizieren. Das Ergebnis liegt in rund 10 Tagen vor.

Bei einem positiven Trauma-Nachweis, verursacht durch die Rotoren der Windkraftanlage, wird der VLAB über einen Anwalt Abschaltzeiten am zuständigen Landratsamt beantragen.

VLAB-Landesbeirat Dr. Friedrich Buer referierte im Rahmen einer Informationsveranstaltung des Vereins LinthGegenWind (Schweiz) am 13. April 2018 im Jakobsblick in Niederurnen über das Thema „Windkraftanlagen – Auswirkungen auf Mensch und Tier“

Vorher begründete der weltbekannte Ornithologe Prof. Dr. Urs Glutz von Blotzheim in einem Grußwort sein Engagement gegen die Windkraft:

„Ich kann nicht tatenlos zusehen, wie dem Biodiversitätsschwund, trotz Lippenbekenntnissen der Politik, neben den bekannten Todesursachen von Vögeln noch neue hinzugefügt werden.“

 

Der VLAB lehnt in einer Stellungnahme vom 10. April 2018 die 4. Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Bärnau (Naturpark Oberpfälzer Wald) zum Zwecke der Ausweisung von Konzentrationszonen für Windkraftanlagen entschieden ab.

Dem Bau von Windkraftanlagen wurde in der Region in den zurückliegenden Jahren bereits sehr viel Raum eingeräumt. Das Gebot, Windrädern in substanzieller Weise Raum zu verschaffen, ist bei Bärnau bereits weit übererfüllt.

Der Bau weiterer Windkraftanlagen würde sowohl die Vogel- und Fledermausfauna mit ihren vielen nach der Vogelschutzrichtlinie 2009/147 und dem Bundesnaturschutzgesetz streng bzw. besonders geschützt Arten signifikant gefährden, als auch die besondere Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft und deren Erholungswert stark beeinträchtigen.

Der VLAB wird in den kommenden Tagen Klage vor dem VG Würzburg gegen den Freistaat Bayern erheben.

Der Hintergrund: Ein Landratsamt in Unterfranken erstellte vor einigen Jahren eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung für einen Windpark mit 10 Windkraftanlagen, obwohl schwerwiegende naturschutz- und baurechtliche Belange dagegen standen.

Im Rahmen der Verbandsklage soll der Genehmigungsbescheid aufgehoben werden.

Bild von rechts: Ida Petioka, Dr. Milena Prokopova, Vaclav Pinta, Jaroslav Hruska, Dr. Pavel Repa, Michaela Domeyer

Mitglieder der tschechischen Naturschutzorganisation ČSOP, Vertreter der Naturparkverwaltung Böhmischer Wald (Regionální pracoviště SCHKO Český les) sowie des VLAB trafen sich am 21. März zu einer Besprechung im Museum der tschechischen Stadt Tachov. Die Naturschützer vereinbarten, die Wiederansiedlung des Habichtskauzes auch auf den angrenzenden Böhmischen Wald (Český les) auszuweiten. Ziel ist, eine Ausbreitungsachse zu der noch fragilen und isolierten Kleinpopulation des Habichtskauzes im Bayerischen Wald und dem Naturpark Šumava zu schaffen.

Bereits in diesem Sommer sollen dazu die ersten Brutkästen für den Habichtskauz nach Tschechien geliefert werden. Das Anbringen und die Betreuung der Nisthilfen sowie das spätere Monitoring erfolgt durch die tschechischen Naturschützer. Auch eine Besichtigung der Auswilderungsvoliere und Brutkästen in Bayern ist für den kommenden Mai geplant.

Möglich gemacht wurde das Gespräch zu dieser länderübergreifenden Naturschutz-Kooperation durch Ida Petioka, Alfred Wolf und Edgar Zwerenz vom Geschichtspark Bärnau-Tachov, die durch ihre Arbeit im Geschichtspark gute Kontakte zu den tschechischen Nachbarn pflegen.