Auch in diesem Winter gingen die bayerischen Straßenmeistereien wieder rigoros gegen Straßengrün vor. Der Ökologe und prominente Buchautor Josef H. Reichholf, Ehrenpräsident des VLAB, fordert ein grundsätzliches Umdenken.

Kahlschlag entlang einer Straße in Niederbayern

Kahlschlag entlang einer Straße in Niederbayern. Bild © VLAB

Überall sieht man sie jetzt noch bei der Arbeit, die Fäll- und Pflegetrupps der Straßenmeistereien des Landes und der Kommunen. Wieder wurden hunderte Kilometer wertvoller Hecken und Baumbestände entlang von Autobahnen, Bundesstraßen und anderen Verkehrswegen regelrecht kahl rasiert. Übrig bleiben kahle Böschungen und Verkehrsinseln, auf denen höchstens ein paar größere Bäume stehen gelassen wurden. Für unsere Restnatur und die bedrohte Biodiversität ein weiterer schwerer Schlag.

“Damit alles ordentlich und perfekt aussieht, wird geholzt, gehäckselt und gemulcht, was das Zeug hält”, sagt Josef H. Reichholf, Ökologe, Buchautor und Ehrenpräsident des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB). “Neunzig Prozent dieser sogenannten Pflegemaßnahmen könnten schlicht unterbleiben. Auch im Staatsforst, wo die blühenden Ränder der Forststraßen letzte Refugien der Hummeln, Wildbienen und Schmetterlinge sind.”

weiterlesen: Pressemitteilung zu Kahlschlag an Verkehrswegen

Im Jahre 2017 startete das deutschlandweit einmalige Habichtskauz-Wiederansiedelungsprojekt des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB). Auch dieses Jahr sollen wieder zahlreiche Jungeulen ausgewildert werden. 2018 wurde ein erstes Revier der seltenen Tiere bestätigt.

Der Habichtskauz zählt zu den größten und seltensten Eulenarten in Mitteleuropa. Außerhalb des Nationalparks Bayerischer Wald galt er bis zum Start des VLAB-Wiederansiedelungsprojektes in Deutschland als ausgestorben. Experten vermuten, dass der letzte Habichtskauz im Jahr 1926 im Böhmerwald und dessen südwestlichen Ausläufern, dem Bayerischen Wald, erschossen wurde.

zur Pressemitteilung Habichtskauzprojekt

Artenschutz im Wald

Artenschutz im Wald 

So lautet der Titel einer gemeinsamen Veranstaltung von VLAB, der Bayerischen Forstverwaltung und den Bayerischen Staatsforsten. Aktuell laufen die Vorbereitungen. Am Sonntag, dem 5. Mai soll das Event im Naturpark Steinwald stattfinden.

Kindern, Jugendliche, Familien bis hin zum Senior sind eingeladen, sich über das wichtige Thema bei einer geführten Wanderung an eigens dafür errichteten Stationen im Wald zu informieren. Zahlreiche Experten werden gut verständlich und an Hand von Beispielen aus der Praxis zeigen, dass beides gut vereinbar ist. Wir freuen uns schon darauf. Einzelheiten zur Veranstaltung folgen.

Die Eingewöhnung und Auswilderung von fünf Jungeulen, der Bau drei moderner Volieren, die Ausweitung des Projektgebietes auf den Landkreis Hof und in die benachbarte Tschechische Republik sowie die kontinuierliche Verbesserung der Waldlebensräume des Habichtskauzes (Strix uralensis) waren Schwerpunkte im Jahr 2018. Auf der Bayerischen Landesgartenschau in Würzburg wurde das Projekt einem großen Personenkreis ausführlich vorgestellt. Mit der Greifvogelstation Hellenthal in der Eifel und dem Tierpark Gotha konnte das Züchternetzwerk erweitert werden. In folgendem Bericht wird ein kurzer Überblick über die Tätigkeiten im Jahr 2018, einschließlich eines Arbeitsplans für 2019, vorgelegt.


Seit einigen Tagen läuft in Bayern das Volksbegehren „Rettet die Bienen!“. Es wurde von der ÖDP initiiert und wird von vielen Gruppierungen, Vereinen und Unternehmen unterstützt. Kurz gesagt sind die meisten Inhalte des Volksbegehrens gut und sinnvoll. Einige für den Arten- und Insektenschutz wichtige Punkte fehlen jedoch. Die eine oder andere Begründung im Volksbegehren ist recht kurios. Nicht alle Unterstützer des Volksbegehrens haben sich in der Vergangenheit als Artenschützer ausgezeichnet.

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Heinz Böker-Stiftung

Heinz Böker-Stiftung

Eine stattliche Spende für die Wiederansiedlung des Habichtskauzes erhielten wir kurz vor Weihnachten von der Heinz Böker-Stiftung für Natur- und Tierschutz aus Bonn.

Herzlichen Dank für diese großzügige Förderung unseres zwischenzeitlich Länder übergreifenden Artenschutzprojektes.

Allmählich wurde die Zeit knapp. Noch vor Einbruch des Winters sollten im Steinwald fünf Brutkästen für den Habichtskauz installiert werden. Die Freude beim Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) war daher groß, als acht Mitglieder der LBV Ortsgruppe Trabitz anrückten, um die neuen „Wohnungen“ für den Uralkauz, wie er auch genannt wird, in den herbstlich gefärbten Mischwäldern rund um Friedenfels anzubringen.

Der Vogel- und Fledermausschützer Markus Liebl aus Grafenwöhr hatte den Kontakt hergestellt. „Ihr seid eine echt tolle Truppe“ freute sich Johannes Bradtka vom VLAB über die spontane Hilfe der LBV Ortsgruppe.

In den Landkreisen Hof, Bayreuth, Wunsiedel, Neustadt an der Waldnaab und Tirschenreuth wurden bisher bereits 110 Brutkästen für den Habichtskauz angebracht; weitere sollen folgen. Auch ein tschechischer Naturschutzverband beteiligt sich seit kurzem an der Wiederansiedlung der großen Eule im Grenzgebiet zwischen Bayern und der Tschechischen Republik.

Der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V. (VLAB) hat am 04.10.2018 beim Verwaltungsgericht Regensburg Verbandsklage gegen den Genehmigungsbescheid des Landratsamtes Landshut zum Bau und Betrieb einer Windkraftanlage in Pfettrach, Gemeinde Altendorf erhoben.
Die Mitteilung der Klageerhebung an das Landratsamt erfolgte am selben Tag. Aus Sicht der anwaltlichen Vertretung des Vereins hat die Klage aufschiebende Wirkung für die Baumaßnahmen. Dessen ungeachtet gingen die Bauarbeiten vor Ort fast zwei Wochen unvermindert weiter.

Der VLAB veranlasste daraufhin einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Regensburg zur Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der VLAB Klage.

zur vollständigen Pressemitteilung: Presseinformation_Pfettrach_31.10.18

Das zweite Jahr unseres Wiederansiedlungsprojektes für den Habichtskauz geht allmählich zu Ende. Für erste Freilandbruten ist es noch zu früh. Frühestens in zwei Jahren sind erste Bruterfolge denkbar. Momentan führen wir ein akustisches Monitoring durch. Wir konnten unser Zuchtnetzwerk erweitern und rechnen im kommenden Jahr mit deutlich mehr Tieren für die Wiederansiedlung. Zahlreiche neue Brutkästen wurden gefertigt und installiert. Das Projekt wurde auf die Tschechische Republik ausgeweitet.

Wir konnten in diesem Jahr sehr viel Bildmaterial sammeln und auch einige kleinere Videos drehen. Diese werden wir im Laufe des Winterhalbjahres auf unserer Webseite und auf Facebook und Twitter veröffentlichen.

Hier ein kurzer Film: Ein junger Habichtskauz wird aus einer Auswilderungsvoliere freigelassen. Die Luke oben links an der Voliere wird durch einen Seilzug automatisch geöffnet. Schon nach kurzer Zeit fliegt der Habichtskauz in die Freiheit.

Bild rechts Václav Pinta (ČSOP, Bernartice); zweite von links Michaela Domeyer (VLAB) © VLAB

 

In den kommenden Tagen werden die ersten zehn Brutkästen für den Habichtskauz im böhmischen Wald (Český les) entlang der bayerisch-tschechischen Grenze installiert. Sie wurden in einer Werkstätte für behinderte Menschen in Bayern hergestellt.

Am 22. Oktober holten tschechische Ornithologen der Naturschutzorganisation ČSOP die Nisthilfen in Friedenfels ab. Danach wurde eine der Auswilderungsvolieren im Steinwald besichtigt, Erfahrungen ausgetauscht und weitere Treffen vereinbart.

Bild von rechts: Michaela Domeyer (VLAB), Landrat Andreas Meier (Sparkassen-Verwaltungsrat), Josef Pflaum (Sparkassen-Vorstandsvorsitzender), Johannes Bradtka (VLAB).

Bild von rechts: Michaela Domeyer (VLAB), Landrat Andreas Meier (Sparkassen-Verwaltungsrat), Josef Pflaum (Sparkassen-Vorstandsvorsitzender), Johannes Bradtka (VLAB).

Einen angenehmen Termin im Wald durften wir am vergangenen Dienstag wahrnehmen. Die Vereinigten Sparkassen Eschenbach i. d. OPf., Neustadt a. d. Waldnaab und Vohenstrauß spendeten 1.500 Euro für das Habichtskauz-Wiederansiedlungs-Projekt in Nordostbayern.

Nach einer Besichtigung von einer der vier Eingewöhnungsvolieren waren sowohl der Sparkassen-Verwaltungsrat Landrat Andreas Meier als auch der Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Josef Pflaum von dem Projekt begeistert.

Wir bedanken uns bei den Vereinigten Sparkassen Eschenbach i. d. OPf., Neustadt a. d. Waldnaab und Vohenstrauß für die großzügige Spende.

Pressemitteilung des Landratsamt Neustadt an der Waldnaab

 

Meist dicht belagert der Pavillon des VLAB und DFO

Meist dicht belagert der Pavillon des VLAB und DFO

Über die Wiedereinbürgerung des Habichtskauzes in Deutschland, den Schutz von Greifvögeln und Eulen und über die Falknerei ließen sich am vergangenen Wochenende auf der Landesgartenschau in Würzburg viele hunderte Menschen durch den Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) und den Deutschen Falkenorden (DFO) informieren. Als Besuchermagnet im Aktionspavillon des Bayerischen Umweltministeriums erwies sich das prächtige Wanderfalken-Pärchen von Michael Mickisch, dem Landesvorsitzenden des DFO in Bayern.

Kleine und große Vogelschützer konnten unter fachkundiger Betreuung die Gewölle von Eulen untersuchen oder durch Gespräche mit den anwesenden Experten Fragen klären. Schautafeln und Informationsmaterialien rundeten die Veranstaltung ab. „Eine tolle Aktion, um die Anliegen der beiden Verbände einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren“ so das einhellige Fazit der beiden Vorsitzenden Michael Mickisch (DFO Bayern) und Johannes Bradtka (VLAB).

Dank einer 4.000 Euro Spende von „Cents for help“ können weitere Brutkästen für den in Nordbayern ausgestorbenen Habichtskauz gebaut und in den Wäldern angebracht werden.

Brutkästen für den Habichtskauz

Brutkästen für den Habichtskauz

„Cents for help“ ist eine Spendenkampagne des Technologiekonzerns Bosch und wurde von dem Unternehmen und seinen Arbeitnehmervertretern initiiert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spenden monatlich den Centbetrag hinter dem Komma ihrer Gehaltsabrechnung für einen guten Zweck. Das Unternehmen rundet entsprechend auf.

Wir danken den Mitarbeitern des Bosch-Unternehmens und der Bosch-Gruppe für ihr Engagement für den Natur- und Artenschutz.

Trotz eines laufenden Berufungsverfahrens des VLAB vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof München, ordnete das zuständige Landratsamt den sofortigen Vollzug des Baus von Windrädern im Landkreis Dachau an.

Es ist zu befürchten, dass bald mit massiven Rodungsarbeiten begonnen wird. Der VLAB hat daher in einem Eilverfahren Klage beim Verwaltungsgericht München eingereicht, um den sofortigen Vollzug des Baus aufzuheben und um die aufschiebende Wirkung wiederherzustellen.

Der VLAB wird hierbei von seinen Mitgliedern aus dem Landkreis Dachau unterstützt.

Feldlerche

Feldlerche (Bild VLAB)

Im Rahmen der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung einer Windkraftanlage im Landkreis Freising wurde der Windkraftbetreiber zur Anlage sogenannter Lerchenfenster verpflichtet. Durch die Lerchenfenster soll der durch die Baumaßnahme bedingte Lebensraumverlust der Feldlerche ausgeglichen werden.

Die Genehmigung mit der Auflage erfolgte bereist im Herbst 2014 durch das zuständige Landratsamt Freising. Nach Kenntnissen des VLAB wurden bisher keine Lerchenfenster angelegt.

Der VLAB forderte daher am 28. Mai über einen Rechtsanwalt das Landratsamt zu einer Kontrolle und, falls erforderlich, zu einer sofortigen Vollstreckung der Auflagen auf.

In diesem Jahr unterstützt erstmalig der Tierpark Gotha in Thüringen unser Wiederansiedlungsprojekt für den Habichtskauz in Nordbayern. In einigen Tagen erhalten wir bereits zwei Jungkäuze aus eigener Nachzucht.

Den Kontakt ermöglichte Dr. Dominik Fischer, Fachtierarzt an der Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische der Justus-Liebig-Universität Gießen. Dr. Dominik Fischer ist auch Vorsitzender des Landesverbandes Hessen des Deutschen Falkenordens (DFO).

Wir bedanken uns beim Tierpark Gotha sowie bei Dr. Dominik Fischer für die großartige Unterstützung des Wiederansiedlungsprojektes.

 

Rotmilan tot unter Windrad

Rotmilan tot unter Windrad

Das pathomorphologische Gutachten eines im April unter einer Windkraftanlage im Windpark Ellenfeld in Ostbayern tot aufgefunden Rotmilan ist eindeutig: Der in zwei Hälften getrennte Tierkörper wies multiple ausgedehnte Frakturen im Bereich der Halswirbel, des Schultergürtels, der Ober- und Unterarme sowie der Rippen auf. Zusätzlich wurde ein Abriss des Herzens an der Herzbasis attestiert. Schussverletzungen konnten keine festgestellt werden. Der Rotmilan war in einem guten Ernährungszustand.

Die multiplen Verletzungsarten lassen auf ein heftiges, stumpfes Trauma verursacht durch Rotorschlag schließen, so der Leiter der Untersuchung in seinem Gutachten.

Der VLAB sieht sich auf Grund der signifikanten Gefährdungslage gezwungen, am zuständigen Landratsamt Tirschenreuth eine sofortige Verfügung zur Abschaltung des Windparks über einen Rechtsanwalt zu beantragen. Durch die Abschaltung, jeweils in einem Zeitraum von 1. März bis 15. August von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, sollen weitere Schlagopfer streng geschützter Vogelarten im Bereich des Windparks verhindert werden.

weiterlesen PM_Rotmilan_Windpark Ellenfeld

Die drei neuen Auswilderungsvoliere für das Projekt zur Wiederansiedlung des Habichtskauzes in Nordbayern sind fertiggestellt. In einigen Tagen erfolgt eine Abnahme durch das örtliche zuständige Landratsamt in Verbindung mit dem Amtstierarzt.

Auswilderungsvoliere

Auswilderungsvoliere

Die drei Volieren kosteten zusammen rund 45 Tausend Euro und wurden über das Programm „Besondere Gemeinwohlleistungen“ finanziert. Besondere Gemeinwohlleistungen im Wald sind Leistungen, die das Unternehmen Bayerischen Staatsforsten in enger Zusammenarbeit mit der Bayerischen Forstverwaltung über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus erbringt. Im Sinne des Gemeinwohls werden durch das Programm Maßnahmen im Bereich des Naturschutzes, des Artenschutzes oder für Erholungssuchende bayernweit gefördert.

Wir bedanken uns bei den Forstbetrieben Waldsassen, Fichtelberg und Schnaittenbach der Bayerischen Staatsforsten und beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Tirschenreuth für ihre Unterstützung und Förderung des Wiederansiedlungsprojektes.

Mit dem oberfränkischen Forstbetrieb Selb beteiligt sich ein weiterer Betrieb der Bayerischen Staatsforsten an dem Wiederansiedlungsprojekt für den Habichtskauz. Noch in diesem Jahr sollen an geeigneten Waldorten Brutkästen installiert werden. Das wurde bei einer Besprechung am 17. Mai vereinbart. Bisher sind an dem Projekt die BaySF-Forstbetriebe Waldsassen, Fichtelberg und Schnaittenbach beteiligt.

Der VLAB bedankt sich bei den Förstern/innen des Forstbetriebes Selb und seinem Chef Michael Grosch für ihre Unterstützung.

Die Todesursache eines im April unter einer Windkraftanlage bei Bärnau in der Oberpfalz tot aufgefundenen Rotmilans steht fest.
Ein tiermedizinisches Institut stellte im Rahmen pathologisch-anatomischer Untersuchungen fest, dass der nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützte Greifvogel durch ein „hochgradiges stumpfes Trauma“ getötet wurde.

„Art und Ausmaß der pathomorphologischen Veränderungen lassen unter Berücksichtigung des Fundortes auf eine Verletzung durch Rotorschlag schließen.“

Der VLAB wird das örtlich zuständige Landratsamt auffordern, aufgrund der permanenten Gefahrenlage im Sinne des § 44 Abs. 1 BNatSchG und des § 3 Abs. 2 BNatSchG unverzüglich Auflagen hinsichtlich der Betriebseinschränkung bzw. Betriebsuntersagung der Windkraftanlagen zu verfügen.