Der VLAB ist der einzige staatlich anerkannte Umwelt- und Naturschutzverband in Bayern, der neben seiner Naturschutzarbeit auch für den uneingeschränkten Erhalt der 10-H-Abstandsregelung kämpft. Sie muss unverwässert auch nach der Landtagswahl erhalten bleiben. Die in der Praxis bewährte bayerische Abstandsregelung soll künftig auch in den anderen Bundesländern Anwendung finden.

 

VLAB Infostand

VLAB Infostand

Die VLAB-Kreisgruppe Rhön-Grabfeld beteiligte sich in Form eines Infostandes am 24. Juni 2018 beim Stadtfest in Mellrichstadt.

Das Fest bot eine gute Gelegenheit, viele interessierte Festbesucher über die Ziele und Projekte des VLAB sowie über die Arbeit der Kreisgruppe für den Landschafts- und Artenschutz im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld zu informieren und neue Mitglieder zu werben.

 

 

 

Schönstes Naturwunder Deutschlands 2013 - Der Rauhe Kulm

Schönstes Naturwunder Deutschlands 2013 – Der Rauhe Kulm

Nicht weit entfernt vom 682 Meter hohen Rauhen Kulm im Landkreis Neustadt an der Waldnaab in der Oberpfalz laufen die Planungen für einen Windpark. Der Rauhe Kulm liegt im Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald. Er ist einer der imposantesten Basaltberge Bayerns und besitzt eine herausragende landschaftsprägende Bedeutung. Ihm vorgelagert ist das Kloster Speinshart, ein barockes Kulturdenkmal erster Güte. Als Baudenkmal von europäischem Rang zählt das Klosterdorf Speinshart zu den schönsten Dörfern Süddeutschlands.

Der imposante Basaltberg ist seit 1949 als Naturdenkmal geschützt. 2013 wurde er von der Heinz-Sielmann-Stiftung zum Schönsten Naturwunder Deutschlands“ gekürt. Neben der herausragenden landschaftsprägenden Bedeutung ist der Rauhe Kulm mit seiner Kulturlandschaft im Umfeld für den sanften Naturtourismus sowie aus geologischer, historischer und naturschutzfachlicher Sicht von besonderer Wertigkeit.

Der VLAB wird sich daher entschieden gegen diese Planungen aussprechen.

Sehr geehrter Herr Professor Weiger,

nach 18 Jahren an der Spitze des Bundes Naturschutz in Bayern (BN) haben Sie heute, am 28. April 2018, ihr Amt abgegeben. Wir bedauern dies nicht, weil die Bilanz ihres Wirkens an der Spitze dieses bedeutenden und traditionsreichen Umweltverbandes verheerend ist. Unter Ihrer Führung ist der BN von einem echten, überparteilichen Naturschutzverband zu einer Lobbyorganisation für die Milliarden schwere Branche der Erneuerbaren Energie-Industrie geworden, die durch gelegentliche, öffentlichkeits-wirksame Aktionen einen Rest wirklicher Naturschutzarbeit oft nur noch vortäuscht. Das große Engagement vieler BN-Aktiver an der Basis soll dabei nicht in Abrede gestellt werden…

unter folgendem Link können Sie den vollständigen Brief nachlesen oder/und herunterladen: VK & VLAB an Prof. Hubert Weiger

Ein Appell des VLAB Vorsitzenden an die Politiker zum Erhalt der bewährten 10-H-Abstandsregelung in Bayern:

(…) Ich fordere die Bundespolitiker auf, die ökologischen Risiken der Windkraft, des großflächigen Biogas-Maisanbaus und der riesigen Freiflächen-Fotovoltaik-Felder in unseren Kulturlandschaften ideologiefrei und ohne Beteiligung der Lobbyverbände neu zu bewerten. Die Privilegierung des Baus erneuerbarer Energieanlagen im Außenbereich ist durch nichts zu rechtfertigen und muss daher schnellstens aufgehoben werden. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist überholt und ad acta zu legen.
An die bayerischen Politiker, gleich welcher Partei, appelliere ich im Wahljahr eindringlich: Rüttelt nicht an der bewährten 10-H-Abstandsregelung in Bayern. Sie muss unverändert beibehalten werden.

Zum vollständigen Artikel auf dem Umwelt Watchblog

Der VLAB lehnt in einer Stellungnahme vom 10. April 2018 die 4. Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Bärnau (Naturpark Oberpfälzer Wald) zum Zwecke der Ausweisung von Konzentrationszonen für Windkraftanlagen entschieden ab.

Dem Bau von Windkraftanlagen wurde in der Region in den zurückliegenden Jahren bereits sehr viel Raum eingeräumt. Das Gebot, Windrädern in substanzieller Weise Raum zu verschaffen, ist bei Bärnau bereits weit übererfüllt.

Der Bau weiterer Windkraftanlagen würde sowohl die Vogel- und Fledermausfauna mit ihren vielen nach der Vogelschutzrichtlinie 2009/147 und dem Bundesnaturschutzgesetz streng bzw. besonders geschützt Arten signifikant gefährden, als auch die besondere Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft und deren Erholungswert stark beeinträchtigen.

Der VLAB wird in den kommenden Tagen Klage vor dem VG Würzburg gegen den Freistaat Bayern erheben.

Der Hintergrund: Ein Landratsamt in Unterfranken erstellte vor einigen Jahren eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung für einen Windpark mit 10 Windkraftanlagen, obwohl schwerwiegende naturschutz- und baurechtliche Belange dagegen standen.

Im Rahmen der Verbandsklage soll der Genehmigungsbescheid aufgehoben werden.

Der VLAB klagte im Januar 2018 erfolgreich gegen die immissionsschutzrechtliche Genehmigung einer WKA. Kurz vor Ostern übersandte uns das Verwaltungsgericht Regensburg das schriftliche Urteil (Az. RO 7 K 17.163).

Hier weiterlesen: Urteil

HAINDLING_H. J. Buchner

HAINDLING_H. J. Buchner

Die Band „Haindling“ genießt Kultstatus in Bayern. Bandleader Jürgen Buchner ist seit kurzem Mitglied beim VLAB. Zusammen plant man Aktionen zum Schutz der vielfältigen bayerischen Kulturlandschaften.

Der alljährliche Kahlschlag an bayerischen Autobahnen, Straßen und Bahntrassen ist ihm ein Dorn im Auge. Jürgen Buchner (73), Gründer und Leadsänger der legendären Bayernpop-Gruppe “Haindling”, will nicht länger hinnehmen, dass die wertvollen Lebensräume insbesondere für Vögel und Insekten entlang vieler Verkehrswege regelmäßig zerstört werden. “Ich beobachte seit einigen Jahren, dass im Winter überall in Bayern alle Bäume und Büsche entlang von Gleisen und Straßen rigoros beseitigt werden. Die werden oft mit Stumpf und Stiel einfach herausgerissen. Und wenn dann im Frühjahr die Zugvögel kommen, haben sie nichts mehr zu fressen und keinen Platz, um ihre Nester zu bauen”, sagt Buchner. Dabei redet doch jeder vom Bienensterben, vom Insektensterben und dass die Vögel immer weniger werden. Ich versteh das nicht.” Sein Ärger darüber war einer der Gründe, dem VLAB beizutreten.

weiterlesen: PM zu Jürgen Buchner

nachlesen: Interview mit Jürgen Buchner

 

Der VLAB lehnt die vom Bund Naturschutz zusammen mit bayerischen Stadtwerken und Energieversorgern propagierte „dezentrale“ Energiewende vehement ab und präsentiert konkrete Szenarien, was dies für Bayern bedeuten würde.

Die “dezentrale” Versorgung eines energieintensiven Industrielandes und Hightech-Standortes wie Bayern mit sogenanntem “Grünstrom” aus erneuerbaren Quellen ist ein pseudo-ökologisches Hirngespinst und weder politisch noch technisch realisierbar. “Unsere Politiker und auch unsere Kollegen aus den traditionellen Umweltverbänden sollten sich schleunigst von dieser absurden Idee verabschieden”, sagte Johannes Bradtka, Vorsitzender des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) zu einer entsprechenden Initiative des Bundes Naturschutz (BN) und verschiedener Bayerischer Stadtwerke und Versorger. Ziel dieser Allianz ist es, Bayern mehr oder weniger komplett mit “hausgemachtem” Strom aus der Region zu versorgen. Dadurch sollen unter anderem neue Hochspannungstrassen verhindert werden.

weiterlesen Pressemitteilung Dezentrale Energiewende

Vor mehr als 200 Zuhörern im Veranstaltungssaal Raum 7 in Mellrichstadt (Landkreis Rhön-Grabfeld) ist Enoch zu Guttenberg, Ehrenpräsident des VLAB, mit der deutschen „Energiewende“ abermals hart ins Gericht gegangen. Veranstalter des Abends war die Kreisgruppe Rhön-Grabfeld des VLAB sowie der Verein zum Schutz der Umwelt und des Kulturerbes in Rhön-Grabfeld (SUKRG). Die Initiativen planen derzeit, gegen das bereits gebaute Windindustriegebiet „Streu und Saale“ rechtliche Schritte einzuleiten und baten dafür um finanzielle Unterstützung. Der „Wind-„park“ mit zehn  Anlagen sei ein ohne wirksame baurechtliche Genehmigung errichteter „Schwarzbau“ und müsse rückgebaut werden.

Guttenberg gab in seiner Rede den Startschuss zur Vorwahl-Kampagne des VLAB und aller Windkraft und Energiewende kritischen Bürgerinitiativen in Bayern. Voraussichtlich am 14. Oktober finden in Bayern Landtagswahlen statt, bei denen erstmals Markus Söder als designierter CSU-Ministerpräsident antreten wird. An ihn vor allem richtet sich Guttenbergs

Mellrichstädter Appell zur Energiewende in Bayern

  1. Keine Aufweichung oder gar Abschaffung der 10-H-Abstandsregelung in Bayern.
  2. Erweiterung der 10-H-Abstandsregelung auf kleinere Ortschaften, Streusiedlungen und bewohnte Einzelgehöfte, in denen es keinen gültigen Bebauungsplan gibt. Diese sind nämlich bisher von der 10-H-Abstandsregelung ausgenommen.
  3. Grundsätzliches Verbot des Baues von Windrädern in Naturparks und Landschaftsschutzgebieten. Dafür genügt eine einfache Ergänzung im bayerischen „Winderlass“.
  4. Grundsätzliches Bauverbot von Windrädern in Wäldern. Auch hierfür genügt eine Ergänzung im „Winderlass“. Rechtsgrundlage wäre das Bayerische Waldgesetz Art. 1, nach dem die „Waldfläche zu erhalten und erforderlichenfalls zu vermehren“ ist.

Die dringend nötige Abschaffung des EEG und der Privilegierung von Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energien im Baugesetzbuch sei natürlich wünschenswert, jedoch unter der gegenwärtigen Zusammensetzung des Bundestages leider eine Utopie und derzeit wohl nicht realisierbar, sagte Guttenberg in seiner knapp zweistündigen, immer wieder von Beifall unterbrochenen Ansprache.

Guttenberg schloss seine Rede mit einem Appell an eine grundsätzliche  „Lebenswende“:

„Meine Damen und Herren, ich möchte Sie nach dieser langen Rede, der Sie so aufmerksam und geduldig zugehört haben, entlassen mit einem Zitat des französischen Ökonomen und Philosophen Serge Latouche, der mit dem Konzept der „nachhaltigen Entwicklung“, dem auch das viel beschworene „grüne Wachstum“ mitsamt der in unserem Land auf so verhängnisvolle Weise exekutierten Energiewende zugerechnet werden kann, hart ins Gericht geht:

Die Theorie der nachhaltigen Entwicklung, so Latouche, „erweist sich insofern als besonders trügerisch, weil sie die Menschen in dem Glauben belässt, die Krise sei zu lösen, ohne dass man die Logik des Marktes, der Ökonomisierung aller Lebensbereiche bis hinein ins menschliche Vorstellungsvermögen, die Geldwirtschaft und die grenzenlose Expansion des Kapitals anficht. In Wirklichkeit ist sie letztlich zum Scheitern verurteilt, sofern sie einem System von Produktion und Konsum verhaftet bleibt, das selbst der Hauptverursacher ebenjener Schäden ist, die sie zu beheben trachtet“.

Ich glaube fest daran, dass wir die derzeitige Epochenkrise nur lösen können, wenn wir wieder ein Brett bohren, das die allermeisten Politiker nicht mehr bohren wollen, weil es keine Wählerstimmen verspricht. Es ist das dickste aller Bretter im Umweltschutz, wie ich ihn verstehe. Wir müssen Abschied nehmen von dem heutigen System von Massenproduktion und Massenkonsum, wie es sich in aller Schärfe und zerstörerischen Gewalt seit dem Zweiten Weltkrieg herausgebildet hat.

Ja, wir brauchen eine Wende. Keine Energiewende, sondern eine Lebenswende, orientiert an der neuen, alten Kultur des Maßhaltens. Wir müssen das Zeitalter der „liquiden Moderne“, wie der polnisch-britische Soziologe Zygmunt Baumann sie beschrieben hat, hinter uns lassen, bevor es richtig begonnen hat. Eine Epoche, die überall das Solide, das Dauerhafte, das Verbindliche durch das Flüchtige, Vergängliche, Unverbindliche zu ersetzen begonnen hat und den mörderischen Produktivismus und Konsumismus des Industriezeitalters noch einmal gesteigert hat zu einem wahren Hexensabbat der Verschleuderung und Verschwendung von Ressourcen, die über Jahrmillionen entstanden sind.“

Spendenkonto VLAB-Kreisverband: VR-Bank Rhön-Grabfeld, BIC: GENODEF1MLV, IBAN: DE04 7906 9165 0001 0271 74

Spendenkonto SUKRG: Deutsche Postbank, BIC: PBNKDEFF, IBAN: DE14 7601 0085 0081 3618 56

Artikel in der Main-Post zu Guttenbergs Rede

Rhöner Rede von Enoch zu Guttenberg (ungekürzte PDF)

Video der Rede von Enoch zu Guttenberg

Erstmals in der Bundesrepublik ist die Verbandsklage eines Umweltverbandes gegen ein einzelnes Windkraftwerk von einem Gericht in allen Punkten bestätigt worden. VLAB-Chef Bradtka: Fall hat Präzedenzwirkung für ganz Energiewende-Deutschland.

Bisher war es erst möglich, ab einer Mindestzahl von drei Windkraftwerken zu klagen. “Das führte oft zu einer regelrechten Salamitaktik seitens der Windkraftprojektierer. Man erichtet zuerst nur eine oder zwei Anlagen, gegen die kein Verbandsklagerecht bestand, und erweiterte dann den “Windpark” schrittweise.” Die Landschaft galt dann gewissermaßen schon als verschandelt bzw. “vorbelastet” mit technischer Infrastruktur, was weitere Genehmigungen erleichterte. “Dem hat das Gericht nun einen Riegel vorgeschoben”, sagte Bradtka.

zur vollständigen Pressemitteilung: PM_Erfolgreiche Verbandsklage

Auch der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) unterstützt nun das von der Partei Bündnis90/Die Grünen zusammen mit der ÖDP und der Bauernorganisation AbL angestrengte Volksbegehren “Betonflut eindämmen” gegen den ungebremsten Flächenfraß im Freistaat.

“Der Bau von immer neuen Straßen, Wohnsiedlungen und Gewerbegebieten auf der grünen Wiese zählt zu den größten Umweltproblemen in Bayern”, sagte der Vorsitzende des VLAB, Johannes Bradtka. “Deshalb unterstützen wir das Volksbegehren der Grünen, auch wenn wir auf anderen Gebieten wie der Energiewende durchaus konträre Positionen einnehmen.”

zur Pressemitteilung: PM Beitritt zum Volksbegehren gegen Flächenfraß

Die Ausweisung der Ammergauer Alpen zum 19. Naturpark im Freistaat ist nach Einschätzung des Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) ein wichtiges Signal zur Stärkung des Natur- und Landschaftsschutzes in der Fläche. “Wir begrüßen die Entscheidung der bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf, die Ammergauer Alpen in die Familie der Naturparks aufzunehmen. Dieses großflächige Schutzgebiet ist naturschutzfachlich und bezüglich seiner Erholungsfunktionen für die Bevölkerung eine sehr gute Wahl”, sagt Johannes Bradtka, Vorsitzender des VLAB.
Zugleich forderte er Scharf auf, noch weitere wertvolle Naturregionen Bayerns als Naturparks unter besonderen Schutz zu stellen.

Weiterlesen: PM zu Naturpark Ammergauer Alpen

Am 24. September wird der 19. Deutsche Bundestag gewählt.

Als überparteiliche und von Lobbyinteressen unabhängige Naturschutzvereinigung mischen wir uns grundsätzlich nicht in den parteipolitischen Wettstreit ein oder präferieren einzelne Parteien.

Wir fordern jedoch von allen künftig im Deutschen Bundestag vertretenen Fraktionen, den Belangen des Natur-, Landschafts- und Artenschutzes einen deutlich größeren Stellenwert als bisher einzuräumen.

Eine weitere Aufweichung der Naturschutzgesetze, Naturschutzverordnungen und Richtlinien muss unterbleiben. Der Schutz der Natur ist zu stärken, anstatt ihn weiter zu schwächen. Das Erneuerbare-Energien-Konzept gehört auf den Prüfstand und erfordert grundlegende Korrekturen, insbesondere bei der Windkraft.

Im Bau befindlicher Windpark in Mittelfranken

Eine aktuelle Studie des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten zeigt auf:

Aktuell stehen 246 Windenergieanlagen in den Wäldern Bayerns. 33% davon drehen sich im Staatswald, 52% im Privatwald und der Rest im Körperschaftswald. Die zappelnden Windtürme werden von Jahr zu Jahr immer größer: Seit 2010 stieg die Nabenhöhe von 90 auf 140 Meter und die Rotorlänge von 38 auf 58 Meter an – eine beängstigende Entwicklung.

Der VLAB fordert ein grundsätzliches Bauverbot für Windräder in den deutschen Wäldern. Das prägende Landschaftsbild, die Biodiversität und die Erholungsfunktionen unserer Wälder dürfen nicht weiter zerstört werden.

Der VLAB begrüßt die Initiative der Staatsregierung, die 18 bayerischen Naturparks aufzuwerten und finanziell besser auszustatten, fordert aber, auf neue Windparks in den wichtigen Landschaftsschutz- und Erholungsgebieten generell zu verzichten.

Johannes Bradtka, Vorsitzender des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB), begrüßt Scharfs Initiative. “Wir fordern schon seit langem, die Naturparks attraktiver zu machen und mit mehr Geld auszustatten. Sie sind die Pfeiler des Natur- und Landschaftsschutzes in der Fläche und wichtige Erholungsregionen insbesondere für die Bewohner der Ballungsgebiete.”

zur vollständigen Pressemitteilung: PM zu Aufwertung der Naturparks

Auf der Suche nach Bayerns dritten Nationalpark fand am 13. April in der Rhön eine Informationsveranstaltung statt. Eingeladen dazu hatte die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf, die sich mit Vertretern der Verbände, darunter auch der Vorsitzende der VLAB-Kreisgruppe Rhön-Grabfeld, traf.

Die Kreisgruppe des VLAB begrüßt zwar einen Nationalpark Rhön, sieht allerdings einen krassen Gegensatz zwischen dem möglichen Großschutzgebiet und der Ausweisung von Windkraftgebieten in dessen Umfeld. „Ein neuer Nationalpark Rhön hätte für viele Menschen in der Rhön einen sehr bitteren Beigeschmack, wenn gleichzeitig das akut drohende Artenschutzdesaster durch die drei Windparks Wülfershausen, Wargolshausen und Streu & Saale mit ihren 23 Windrädern seinen Lauf nehmen sollte und nicht schnellstens gestoppt wird. Weitere Nationalparks sind zwar sinnvoll, sie dürfen aber nicht dazu führen, dass sie wie Naturmuseen als beruhigendes Alibi dienen, um dadurch den Natur- und Artenschutz in der Fläche vernachlässigen zu können. Es darf keinen Artenschutz zweiter Klasse im Grabfeld durch die dort geplanten Windparks geben“ erklärte der Vorsitzende der Kreisgruppe Bert Kowalzik gegenüber der bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf.

Die bayerische Umweltministerin lud daraufhin Vertreter der VLAB-Kreisgruppe Rhön-Grabfeld nach München ein, um über die drei geplanten Windparks Wülfershausen, Wargolshausen und Streu & Saale zu sprechen.

Videolink: http://www.tvtouring.de/mediathek/video/proteste-in-der-rhoen-nationalparkgegner-nehmen-stellung/

 

Der Planungsausschuss des Regionalen Planungsverbandes Augsburg hat am 2. März 2017 den Entwurf zur Fortschreibung des Teilfachkapitels B IV 2.4.2 „Nutzung der Windenergie“ beschlossen. Ein Beteiligungsverfahren gemäß Art. 16 BayLplG wurde eingeleitet. Der VLAB wurde als staatlich anerkannte Umwelt- und Naturschutzvereinigung an dem Verfahren beteiligt.

In seiner Stellungnahme lehnt der VLAB alle im Regionalplan Augsburg bestehenden und neu hinzukommenden Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für die Windenergienutzung ab, da Windkraftanlagen in Wäldern, an Waldrändern und in Kulturlandschaften zu einer massenhaften Tötung gefährdeter Vogel- und Fledermausarten führen. Dem Bau von Windrädern wurde in der Planungsregion Augsburg in den zurückliegenden Jahren bereits viel Raum eingeräumt. Das Gebot, Windräder in substanzieller Weise Raum zu verschaffen, ist übererfüllt. Der Zubau weiterer Anlagen würde sowohl die Vogel- und Fledermausfauna, als auch das Landschaftsbild in der gesamten Region wesentlich – durch FCS-Maßnahmen nicht ausgleichbar – beeinträchtigen.