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Die Absicht ist leicht durchschaubar: es sollten noch vor Ablauf des Jahres 2016 möglichst viele Windräder in Bayern genehmigt werden. Der Hintergrund: ab 1. Januar 2017 wurden die EEG-Subventionen eingeschränkt. Der Druck seitens der Windkraftverbände und ihrer renommierten Anwaltskanzleien war daher hoch. Aus diesem Grund wurden gerade am 30. Dezember 2016 signifikant viele Windräder genehmigt und das Naturschutzrecht vollkommen ignoriert.

Die Behörden beugten sich in mutmaßlich rechtswidriger Weise den Erwartungen der Interessenverbände und der Projektierer. So beispielsweise am Landratsamt Tirschenreuth in der nördlichen Oberpfalz: Während ein Großteil der Mitarbeiter im Weihnachtsurlaub war, genehmigte die zuständige Abteilungsleiterin unerwartet und entgegen aller fachlichen Absprachen und Vorgespräche noch schnell den Bau von Windrädern in einem absoluten NO-GO Bereich.

Großes Pech für Wespenbussard, Schwarzstorch, Fischadler und Co., große Freude für die Windradplaner über das verspätete Weihnachtsgeschenk. Die Genehmigung war weder mit den Mitarbeitern abgesprochen, noch naturschutzrechtlich legitimiert. Der Trick: Es wurden Abschaltzeiten angeordnet, die gemäß Genehmigungsbescheid nachträglich „modifiziert“ werden können.

Der VLAB überprüft aktuell rechtliche Schritte gegen einzelne markante, skandalöse Projekte. Die Zeit eilt allerdings sehr, die Klagefrist beträgt 4 Wochen nach Erteilung der Baugenehmigung.

Eine Studie des Schweizer Bundesamts für Energie (BfE) vom November 2016 zeigt die dramatischen Ausmaße von Vogeltötungen durch Windräder. Sie liegt mit durchschnittlich 20,7 Opfern pro Anlage und Jahr viel höher, als bisher angenommen.

Rechnet man die schweizerischen Ergebnisse auf die rund 26.000 Windkraftanlagen in Deutschland hoch, bedeutet das eine ungeheuerlich große Schlagopferanzahl von rund 538.000 Vögeln pro Jahr.

Der Schaden für Zug- und auch für Brutvögel lasse sich nur abwenden, wenn auf den Bau von Windanlagen in naturnahen Gebieten verzichtet werde. Ein zeitweises Abschalten bei starkem Vogelzug könne das Kollisionsrisiko nur für Zugvögel, die in Schwärmen zögen, vermindern, nicht jedoch für Brutvögel, so das nüchterne Resümee der Studie.

Download: Studie Vogelzugintensität und Anzahl Kollisionsopfer an Windenergieanlagen am Standort Le Peuchapatte (JU) (PDF, 6 MB)

 

Junger Fischadler kurz nach der Beringung. Bild © VLAB

Junger Fischadler kurz nach der Beringung im Juni 2015. Bild © VLAB

Im Hessenreuther Wald in der nördlichen Oberpfalz (Bayern) hat sich ein zweites Brutpaar des Fischadlers angesiedelt.

Der Fischadler war lange Zeit in Bayern ausgestorben. Die tatsächlich letzte historische Brut dürfte zwischen 1935 und 1957 gelegen haben. Sie befand sich vermutlich in der Nähe der heutigen neuen Population. Die wohl wichtigste Ursache des Aussterbens ist in der direkten Verfolgung mit Abschüssen der Altvögel am Horst, dem Aushorsten von Eiern und Jungvögeln, aber auch in dem Fällen der Horstbäume zu sehen. Im Jahr 1992 kam es dann im Truppenübungsplatz Grafenwöhr zur ersten gesicherten Ansiedlung des Fischadlers, die lange Zeit „geheim gehalten“ wurde.

Die beiden Brutpaare im Hessenreuther Wald stellen derzeit rund 25% des Brutbestandes von Fischadlern in Bayern dar. Leider ist der Druck, Windräder in diesem Waldgebiet zu errichten sehr groß. Ein Konsortium aus Gemeinden, Städten, Gesellschaften und Privatpersonen hält unbeiirt an ihren unverantwortlichen Plänen fest, bis zu 30 Windräder in dem äußerst schützenswerten Waldgebiet zu errichten.

Für den Fischadler, aber auch für die in dem Gebiet vorkommenden Schwarzstörche und Rotmilane, wären diese Planungen fatal: „Mit dem Bau von Windrädern ist ein sehr hohes Aussterberisiko verbunden. Die noch sehr kleine Gründerpopulation besitzt eine besonders hohe Schutzbedürftigkeit“, so die Meinung namhafter Ornithologen.

Planungsregion Würzburg (2)

Planungsregion Würzburg (2)

Der VLAB hat in einem Anhörungsverfahren der Regierung von Unterfranken (gem. Art. 16 BayLplG vom 25.06.2012; zuletzt geändert durch § 1 ÄndG vom 22.12.2015) alle im Kapitel B X „Energieversorgung“, Abschnitt 5.1 „Windkraftnutzung“ beschriebenen „Potenzialflächen für Windkraftnutzung“ in der Region Würzburg (2) abgelehnt.

Die Region Würzburg (2) umfasst die Landkreise Main-Spessart, Würzburg, Kitzingen und die Stadt Würzburg.

Der Bau von Windrädern in Kulturlandschaften und Wäldern der Region Würzburg (2) schädigt deren Biodiversität, den Erholungswert und die landschaftsästhetische Funktion.

 

In einer Stellungnahme lehnt der VLAB die „4. Änderung des Flächennutzungsplans zur Darstellung von Konzentrationszonen für Windenergieanlagen der Gemeinde Guteneck“ in der Oberpfalz ab.

Der Betrieb von Windenergieanlagen im geplanten Änderungsgebiet des Flächennutzungsplanes führt zu einer signifikanten Erhöhung des allgemeinen Lebensrisikos streng geschützter Tierarten. Bei der Genehmigung wäre ein billigender Verstoß gegen das Tötungsverbot des § 44 BNatSchG und eine akute, durch anderweitige Schutzmaßnahmen nicht ausgleichbare signifikante Gefährdung von Schwarzstorch, Rotmilan und anderer Arten gegeben.

Toter Fischadler unter einem Windrad in Spanien © Luis Miguel Garrido

Toter Fischadler unter einem Windrad in Spanien © Luis Miguel Garrido

Mitte September entdeckte die VLAB-Regionalbeauftragte für Schwaben, Ingrid Marquardt, einen toten Weißstorch in der Nähe eines Windrads bei Lamerdingen (Landkreis Ostallgäu). Ein Unterschenkel des bereits skelettierten Tieres war gebrochen. Der Storch wurde offensichtlich Mitte August bei seinem Zug nach Süden durch die Rotoren getötet. Bereits im Mai 2015 wurden ebenfalls im Umfeld der Windräder verschiedene getötete Vogelarten entdeckt, darunter eine Waldohreule und ein Baumfalke, von dem ein Flügelfragment gefunden wurde.

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Der Bezirk Unterfranken beabsichtigt, auch das Landschaftsschutzgebiet im Naturpark Bayerischer Odenwald für Windkraftanlagen freizugeben. Von einem Landschaftsplanungsbüro sind 12 sogenannte Windkraftzonen vorgeschlagen worden, die in einem zweiten Planungsschritt, der ebenfalls bereits eingeleitet wurde, vom Regionalen Planungsverband Bayerischer Untermain zu Windkraft-Vorrang- oder Vorbehaltsszonen qualifiziert werden sollen.  Weiterlesen

Der VLAB ging 2009 aus einer Bürgerinitiative hervor, die gegen den Bau einer Autoteststrecke, dem sogenannten Bayernring, in einem großen Waldgebiet erfolgreich kämpfte. Die Anerkennung des VLAB als staatliche Umwelt- und Naturschutzvereinigung erfolgte im Juli 2015 und fand bayern- und bundesweit ein großes Interesse. Einige häufig wiederkehrende Fragen an den VLAB sollen an dieser Stelle beantwortet werden.

Windkraftanlage

© Marika Faulhaber

Eine Umfrage in der Bundesrepublik, durchgeführt vom renommierten Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag der Deutschen Wildtier Stiftung ergab, dass 79% der Befragten Windräder in Wäldern ablehnen.

64% der Befragten forderten, dass im Zweifelsfall der Schutz von Vögeln oder anderen Tierarten generell Vorrang vor dem Bau von Windrädern haben sollte.

Weitere Infos: WELT

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