Windkraftanlagen töten jedes Jahr mehr Vögel als bisher vermutet

Eine Studie des Schweizer Bundesamts für Energie (BfE) vom November 2016 zeigt die dramatischen Ausmaße von Vogeltötungen durch Windräder. Sie liegt mit durchschnittlich 20,7 Opfern pro Anlage und Jahr viel höher, als bisher angenommen.

Rechnet man die schweizerischen Ergebnisse auf die rund 26.000 Windkraftanlagen in Deutschland hoch, bedeutet das eine ungeheuerlich große Schlagopferanzahl von rund 538.000 Vögeln pro Jahr.

Der Schaden für Zug- und auch für Brutvögel lasse sich nur abwenden, wenn auf den Bau von Windanlagen in naturnahen Gebieten verzichtet werde. Ein zeitweises Abschalten bei starkem Vogelzug könne das Kollisionsrisiko nur für Zugvögel, die in Schwärmen zögen, vermindern, nicht jedoch für Brutvögel, so das nüchterne Resümee der Studie.

Download: Studie Vogelzugintensität und Anzahl Kollisionsopfer an Windenergieanlagen am Standort Le Peuchapatte (JU) (PDF, 6 MB)

 

1 Antwort
  1. Jutta Reichardt
    Jutta Reichardt says:

    Liebe Mitstreiter, lieber Herr Bradtka,
    wir erleben seit Jahren die Auswirkungen der Windkraftnutzung auf die Avifauna hautnah, da sich die internationalen Vogelzüge (nord-ost, süd-west und nord süd)und die regionalen zwischen den Mooren und Feuchtgebieten hier bei uns zu und von den Vogelschutzgebieten am und ums Elbästuar über unserem Wohnsitz abspielen.
    Das Drama am Himmel welches die riesigen Gänsezüge durchleben, jedesmal wenn eine neue WEA-Barriere entstanden ist währen die Vögel in ihren Brutgebieten oder im Winterquartier waren, ist herzzerreißend. Die V-Züge lösen sich auf, fliegen konfus durcheinander, neue chaotische Gruppen bilden sich und fliegen in verschiedene Richtungen. Die lauten Rufe sind für uns auch nach 14 Jahren (2002 entstanden die ersten hohen Riegel von 198m Höhe bei uns quasi vor der Haustür) noch tränentreibend. Erst vor 2 Tagen (27.11.16) flog ein dreifaches Wildgans-V mit Hunderten Tieren dann neuformiert plötzlich wieder zurück von Süden nach Norden, bis sie sich dann über uns auflösten, um vermutlich entkräftet neben dem Nordostseekanal zu landen. Grausam, kräftezehrend, tödlich…
    Die zahllosen Greife als Einzel-Durchzügler und die kleinen Singvogelschwärme, die seit Ende August hier durchziehen und ihre eigenen Dramen zumeist unbeachtet erleben und die Millionen Fledermäuse, die aus Osteuropa kommend hier und anderswo versuchen durchzuziehen, ohne dass ihnen die Lungen platzen zeigt uns täglich, wie „wirkungsvoll“ die Tötungsmaschinerie der Windkraft arbeitet.
    Dass die Situation dramatisch ist, beweist nicht nur die neue Studie vom Monitoring bei Peuchapatte, sondern noch drastischer die Erhebung beim Monitoring der Spanischen Ornithologischen Gesellschaft (SEO/Birdlife) in 2013. Wir haben das Geschehen damals bei uns auf Windwahn.de mal für D hochgerechnet und veröffentlicht:
    Spanien ist 504.645 km² groß. Insgesamt sind auf spanischem Gebiet 18.000 Windkraftwerke errichtet. Das Monitoring der Spanischen Ornithologischen Gesellschaft ergab, daß an spanischen WKA jedes Jahr 6-18 Millionen Vögel und Fledermäuse getötet werden.
    In Deutschland sind etwa 28.000 WKA errichtet auf einer Fläche von 357.121 km². Aus der Anzahl der WKA und der Landfläche ergibt sich für Deutschland ein Faktor von 2,2. Daraus läßt sich schließen, daß jedes Jahr 13 – 40 Millionen Vögel und Fledermäuse an deutschen WKA ihr Leben lassen.
    http://www.windwahn.de/index.php/naturschutz/artenschutz/millionenfacher-tod-an-windkraftwerken.html
    Unser Freund und Mitstreiter Mark Duchamp von WCFN und Save the Eagles International, der in Spanien lebt und als Ornithologe ständig mit dem Thema befasst ist hat in der fogenden Pressemitteilung mehr dazu veröffentlicht:
    Neues zur Mortalität der Avifauna an Windkraftwerken – Presseerklärung des World Council for Nature
    Zufallsstrom aus Wind sorgt für das Aussterben vieler Vögel- und Fledermausarten
    http://www.windwahn.de/index.php/news/media-release/wcfn-media-release-012013.html
    http://savetheeaglesinternational.org/
    Das war 2013 – der durch WEA provozierte Tod der Avifauna nimmt seither täglich zu.

    Danke an alle beim VLAB, bei der Wildtierstiftung oder wo auch immer, die sich bemühen, diesen Wahnsinn öffentlich zu machen und unsere Arten, hier die Avifauna zu bewahren!
    Grüße aus SH – Jutta Reichardt http://www.windwahn.de

    http://www.windwahn.de/index.php/naturschutz/artenschutz/millionenfacher-tod-an-windkraftwerken.html

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