Macht die Wiedereinbürgerung des Habichtskauzes überhaupt Sinn?

Strix uralensis, Männchen

Habichtskauz, Männchen

Die Wiedereinbürgerung ausgestorbener Tierarten wird oft kritisch hinterfragt: „Ausgestorbene Tierarten kommen doch von alleine wieder zurück, wenn sich die Lebensräume dafür eignen und sie nicht mehr vom Menschen verfolgt werden“, so eine häufige Meinung. Für manche Tierarten mag dies durchaus zutreffen: Der Wolf kehrt gegenwärtig nach Deutschland heim und manche Vogelarten – beispielsweise Kolkrabe, Fischadler und Schwarzstorch – wanderten ohne Zutun des Menschen wieder in ihre angestammten Lebensräume.

Ganz anders ist es mit dem Habichtskauz:

Im Gegensatz zu Wolf und Fischadler lebt diese Waldeule ganzjährig territorial und vermag sich nur bis zu maximal 50 Kilometer um ihren Geburtsort auszubreiten. In ganz Deutschland existiert derzeit nur eine fragile Kleinpopulation des Habichtskauzes im Bayerischen Wald. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ohne menschliche Hilfe eine stabile Population in Nordbayern bildet, ist auf Grund der beschriebenen Umstände und der hohen Sterblichkeitsrate der Jungkäuze äußerst gering.

Von unserer Wiederansiedlung des Habichtskauzes und den dadurch verbundenen Biotopverbesserungen in den Wäldern profitieren auch weitere Arten: Spechten, Fledermäusen sowie seltenen Insekten, Baumpilzen und Flechten nützt der Erhalt älterer abgestorbener, morscher Bäume. Feuersalamander, Amphibien, Libellen und Wasserinsekten profitieren durch die Schaffung kleiner Waldtümpel und durch die geplante Renaturierung „verfichteter“ Waldbäche.

Die Wiedereinbürgerung des Habichtskauzes schafft somit neues Leben in unseren Waldlandschaften und erhöht die Biodiversität!

 

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