Fragen und Antworten zum Habichtskauz-Wiederansiedlungsprojekt

Uns erreichen immer öfters Fragen zu dem Wiederansiedlungs-Projekt, die wir an dieser Stelle gerne beantworten.

Frage: Warum bringt ihr die kleinen Eulen zuerst in Voliere, anstatt sie gleich auszuwildern?

Antwort: Die Jungeulen kommen alle aus Züchterhand und sind daher nicht auf das (Über-)Leben in freier Natur vorbereitet. Eine Auswilderung ohne vorhergehende Eingewöhnung wäre tierschutzwidrig (§§ 1 und 3 Nr. 4 Tierschutzgesetz). Die Jungeulen müssen sich daher zuerst in rund 4 bis 5 Wochen an ihren neuen Lebensraum und an die artgemäße Nahrungssuche gewöhnen. Die beste Zeit Jungeulen auszuwildern ist rund 90 Tage nach ihrer Geburt.

Frage: Wie müssen die Voliere beschaffen sein?

Antwort: Habichtskäuze brauchen nur Regen- und Windschutz, sie sind „hart im Nehmen“. Die jungen Habichtskäuze werden wir in Ganzdrahtvolieren an einem ruhigen und geschützten Ort mitten im Wald eingewöhnen. Die Drahtbespannungen der Volieren werden regelmäßig auf ausreichende Spannung kontrolliert und falls erforderlich nachgespannt, damit sich die Vögel nicht verhängen und verletzen können. Ein Drittel des Innenraumes der Voliere ist teilweise geschlossen, um Rückzugsmöglichkeiten und ein Gefühl der Ungestörtheit für die Tiere zu schaffen. Zusätzlich errichten wir in den Volieren Sitzgelegenheiten in Form von Sitzstangen von unterschiedlicher Dimension (Durchmesser ca. 3-6cm), um das Wohlbefinden der Tiere zu fördern.

Frage: Wie und womit füttert ihr die Habichtskäuze?

Antwort: Grundsätzlich sollte die Nahrung so abwechslungsreich wie möglich sein und nicht nur reines Muskelfleisch, sondern auch Knochen, Haare und Federn zur Gewöllbildung enthalten. Nach Bedarf ergänzen wir die Nahrung mit Vitaminen und Mineralstoffen. Die kleinen Eulen werden in der Regel mit frisch aufgetauten Mäusen täglich gefüttert. 2-3x pro Woche erhalten sie lebende Mäuse oder Eintagskücken als Jagdtraining. Zusätzlich wird eine „Mäuseburg“ in der Voliere angelegt. Den Eulen wird täglich frisches Wasser in Vogeltränken angeboten. Auf Hygiene wird größter Wert gelegt, um Krankheiten der seltenen und wertvollen Tiere zu vermeiden.

Frage: Dürfen wir die Eulen in den Volieren auch einmal anschauen oder sogar streicheln?

Antwort: Grundsätzlich dürfen Greifvögel und Eulen keinem schädlichen Stress durch die Nähe des Menschen oder anderer Tiere ausgesetzt werden. Unsere jungen Habichtskäuze sollen in den Volieren nicht an den Menschen gewöhnt, sondern von ihm „entwöhnt“ und auf ihr hartes Überleben in der Natur vorbereitet werden.

Ein Kontakt mit Menschen ist daher bis auf das unumgängliche Maß, beispielsweise zur Fütterung, unbedingt zu vermeiden.

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