Schöne Worte, kaum Taten – die integrative Waldwirtschaft kommt nicht in Schwung

Ein Vergleich zwischen den Daten der 2. Bundeswaldinventur (BWI 2) und der 3. Bundeswaldinventur (BWI 3) von Hennenberg et al. zeigt keine Verbesserung der Waldbiodiversität in Deutschland. Die Bekenntnisse der Forstbetriebe der Länder und der Waldbesitzerverbände zu einer integrativen, multifunktionalen Waldbewirtschaftung wurden bisher leider nicht erfüllt. Hier besteht ein großer Handlungs- und Nachholbedarf, um die Versprechen für eine integrative, multifunktionale Waldwirtschaft glaubhaft zu erfüllen. Statt Worten müssen nun dringend Taten folgen.

Zur Förderung der Biodiversität und des Waldnaturschutzes muss in den Wäldern der Anteil an starkem stehenden Totholz und die Anzahl starker Bäume über 80 cm Brusthöhendurchmesser signifikant erhöht werden.

Stehendes, starkes Totholz ist noch immer sehr selten in unseren Wirtschaftswäldern. Bild © Alfred Schiener

Stehendes, starkes Totholz ist noch immer sehr selten in unseren Wirtschaftswäldern. Bild © Alfred Schiener

Bei allen Baumarten nimmt das liegende Totholz den größten Anteil ein. Die für manche Artengruppen (Vögel, Flechten) sehr wichtigen stehenden Totholzstrukturen sind deutlich seltener in unseren Wäldern vorhanden.

Bei den Laubbäumen nahm der Totholzvorrat für stehende Bäume sogar ab. Die bei der BWI 3 festgestellte geringe Zunahme an Totholz von 11,6 m³ pro ha in 2002 hin zu 13,7 m³ pro ha in 2012, basiert leider nicht auf höheren Totholzanteilen starker Laub- und Nadelbäume, sondern geht vor allem auf das Nadelholz geringer Durchmesserklassen zurück; Totholz mit geringem Durchmesser ist für viele totholzbewohnenden Arten relativ wertlos.

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