Keine Natur erster und zweiter Klasse in der Rhön

Auf der Suche nach Bayerns dritten Nationalpark fand am 13. April in der Rhön eine Informationsveranstaltung statt. Eingeladen dazu hatte die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf, die sich mit Vertretern der Verbände, darunter auch der Vorsitzende der VLAB-Kreisgruppe Rhön-Grabfeld, traf.

Die Kreisgruppe des VLAB begrüßt zwar einen Nationalpark Rhön, sieht allerdings einen krassen Gegensatz zwischen dem möglichen Großschutzgebiet und der Ausweisung von Windkraftgebieten in dessen Umfeld. „Ein neuer Nationalpark Rhön hätte für viele Menschen in der Rhön einen sehr bitteren Beigeschmack, wenn gleichzeitig das akut drohende Artenschutzdesaster durch die drei Windparks Wülfershausen, Wargolshausen und Streu & Saale mit ihren 23 Windrädern seinen Lauf nehmen sollte und nicht schnellstens gestoppt wird. Weitere Nationalparks sind zwar sinnvoll, sie dürfen aber nicht dazu führen, dass sie wie Naturmuseen als beruhigendes Alibi dienen, um dadurch den Natur- und Artenschutz in der Fläche vernachlässigen zu können. Es darf keinen Artenschutz zweiter Klasse im Grabfeld durch die dort geplanten Windparks geben“ erklärte der Vorsitzende der Kreisgruppe Bert Kowalzik gegenüber der bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf.

Die bayerische Umweltministerin lud daraufhin Vertreter der VLAB-Kreisgruppe Rhön-Grabfeld nach München ein, um über die drei geplanten Windparks Wülfershausen, Wargolshausen und Streu & Saale zu sprechen.

Videolink: http://www.tvtouring.de/mediathek/video/proteste-in-der-rhoen-nationalparkgegner-nehmen-stellung/

 

1 Antwort
  1. Alev Kowalzik
    Alev Kowalzik says:

    Rhön-Grabfeld: Einen Gesetz für das gesamte Landkreis?

    Anscheinend gibt es genug Rotmilane und Schwarzstörche in Bayern und der Landratsamt wird bald die Genehmigung für den Windpark Wargolshausen und Wülfershausen erteilen. Argumentiert wird damit „nach einer neueren Einschätzung der LfU gehören die meisten kollisionsgefährdeten Arten wie Rotmilan, Wespenbussard, Baumfalke oder Schwarzstorch zu den in Bayern weit verbreiteten Arten. Nach dieser Einschätzung hätten daher einzelne Verluste keinen relevanten Einfluss auf den Erhaltungszustand der Populationen der betroffenen Arten.“ 
    Na gut, aber wieso kassiert die Region fast 1.000.000 Euro rein für den Erhalt des Rotmilans? Wir leben in einen gespaltenen Landkreis: das Leben und die Artenvielfalt wird in der Rhön gefördert und in unseren Grabfeld dürfen die Vögel geschreddert werden. Das Gesetz soll gleich sein für alle, aber manche haben anscheinend mehr Rechte als andere. Jetzt habe ich die Gewissheit: als Grabfelderin bin ich in unseren schönen Landkreis eine Bewohnerin der zweite Klasse, genau so wie unsere Rotmilane, Schwarzstörche und Wespenbussarde. Dort Naturmuseum und hier Industriegebiet.

    Alev Kowalzik, Kreisgruppe VLAB Rhön-Grabfeld

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