Beitrag zu den Flechtenbiota Oberfrankens und angrenzender Gebiete

Im Artenschutz stehen meist große Säugetiere oder Vögel, sogenannte „Flagship-Species“, im Focus der Umweltverbände. Kleine und unscheinbare Artengruppen wie Flechten, Moose, Algen, Mikropilze oder Kleinstinsekten werden entweder vernachlässigt oder auf Grund fehlender Artenkenntnisse vollkommen ignoriert. Mit einem Pandabären lässt sich eben deutlich mehr Aufmerksamkeit erzielen als mit einer nur wenige Millimeter großen Krustenflechte (Bild).

Gyalecta ulmi, Bild © Felix Schumm Die Art kommt auf der rissigen Borke sehr alter Laubbäume (besonders Bergahorn, Eiche, Ulme) in naturnahen, alten Wäldern vor. Sie ist in Deutschland unmittelbar vom Aussterben bedroht. (RL 1 BRD)

Gyalecta ulmi. Die Flechte kommt auf der rissigen Borke sehr alter Laubbäume in naturnahen und schonend bewirtschafteten Wäldern vor. Sie ist in Deutschland unmittelbar vom Aussterben bedroht © Felix Schumm

Es  sind aber gerade diese unscheinbaren Artengruppen, die unsere Aufmerksamkeit und besonderen Schutz verdienen, da viele Arten unter ihnen entweder stark gefährdet sind oder in einer wichtigen funktionellen Wechselwirkung zu anderen Organismen stehen.

Die Studie „Beitrag zu den Flechtenbiota Oberfrankens und angrenzender Gebiete“ des an der Bayreuther Universität assoziierten Wissenschaftlers Prof. Dr. Eduard Hertel et al. nimmt sich der stark gefährdeten Artengruppe der Flechten an. Sie entstand in jahrelanger mühseliger Kartier- und vergleichender Literaturarbeit und ist ein eindrucksvolles Zeugnis für die großen Veränderungen in unserer Umwelt in den vergangenen Jahrzehnten.

Die Arbeit ist ein wichtiges Nachschlagewerk der Biodiversität und sollte daher in keinem Bücherschrank eines echten Umwelt- und Naturschützers fehlen.

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