Guttenberg-Umweltmedaille 2024: Chef des Wasserverbandes Strausberg-Erkner André Bähler wird neuer Preisträger

Der Leiter des Brandenburger Wasserverbandes Strausberg-Erkner, André Bähler (56), wird für seine außerordentlichen Verdienste um die Umwelt mit der Enoch-zu-Guttenberg-Medaille 2024 ausgezeichnet. Die Verleihung der Bronzemedaille mit dem Konterfei Guttenbergs findet am 5. Juni im Konferenzsaal des Wasserverbandes im Rahmen einer Feierstunde statt. Erstmals wurde die Medaille im Jahre 2022 an den früheren bayerischen Ministerpräsidenten und langjährigen Bundesminister Horst Seehofer verliehen.

“André Bähler setzt sich trotz zahlreicher Anfeindungen und Diffamierungen seit Jahren unermüdlich für den Schutz des Wassers und eine nachhaltige Versorgung der Bevölkerung seiner Region östliche von Berlin am Rande der Märkischen Schweiz mit sauberem Trinkwasser ein”, begründet Johannes Bradtka, erster Vorsitzender des VLAB, die Wahl des neuen Preisträgers. “Dabei scheut er in uneigennütziger Weise keine fachliche Auseinandersetzung, sei es mit Behörden, Politikern und sogar dem mächtigen US-amerikanischen Autohersteller Tesla, dessen neues Werk in Grünheide östlich von Berlin im Einzugsbereich des Wasserverbandes Strausberg-Erkner liegt.”

Laut Presseberichten vom September 2023 kam es bisher in der sogenannten Gigafactory von Tesla in Grünheide zu mindestens 26 Umwelt-Havarien, die eine ernsthafte Gefahr für die Trinkwasserversorgung und die Umwelt in der gesamten Region darstellen. Außerdem beansprucht die Fabrik allein ein Fünftel der aktuellen Trinkwasserförderung des Verbandes und will seine Produktion weiter ausbauen. Viele Kommunen klagen bereits darüber, Bauvorhaben wegen der begrenzten Wasserressourcen nicht mehr realisieren zu können.

„Ich freue mich über die Verleihung der Medaille”, so Bählers Reaktion. “In den letzten Jahren habe ich erleben müssen, wie mit Kritikern umgegangen wird, die Missstände offen ansprechen. Leider wird in der Politik viel zu oft die Verantwortung anderen zugewiesen und dringende Veränderungen dadurch verhindert. Das darf so nicht weiter gehen. Eine nachhaltige Trinkwasserversorgung muss gegen kurzsichtige politisch motivierte Angriffe geschützt werden. Ich bin froh, dass sich die Zivilgesellschaft dem entgegenstellt und der VLAB dafür ein Zeichen setzt. Das ist für mich eine große Motivation, mein Engagement fortzusetzen.“

Bähler wurde in Dresden geboren und wuchs in Frankfurt an der Oder auf. Er studierte an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und erwarb den Titel eines Diplom-Ingenieurs für Umwelttechnik. Nach mehreren Jahren praktischer Tätigkeit unter anderem als Bauleiter im Rohrleitungsbau wurde er Technischer Leiter eines Wasserversorgers in Rheinland-Pfalz, bevor er 2014 in gleicher Funktion zum Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) wechselte. Seit 2020 ist er Verbandsvorsteher des WSE. Der Verband umfasst eine Fläche von 552 Quadratkilometern mit drei Städten und 13 Gemeinden und beliefert 170 000 Menschen mit dem “kostbaren Nass”.

Die Guttenberg-Medaille wird alle zwei Jahre an Persönlichkeiten verliehen, die sich um den Umwelt- und Artenschutz und um die Landschaftspflege besonders verdient gemacht haben. Sie erinnert an den im Jahre 2018 verstorbenen Dirigenten und Umweltschützer Enoch zu Guttenberg, der Mitgründer und langjähriger Ehrenpräsident des VLAB gewesen ist.

 

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